Bundespräsidentenwahl

Vier Prozent der Wahlleute kommen aus Berlin

Am Sonntag wählt die Bundesversammlung den neuen Bundespräsidenten. Unter den Wahlberechtigten sind auch 53 Berliner.

Ins Schloss Bellevue wird bald ein neuer Bundespräsident einziehen

Ins Schloss Bellevue wird bald ein neuer Bundespräsident einziehen

Foto: Michael Kappeler / dpa

53 Wahlfrauen und Wahlmänner aus Berlin wählen den neuen Bundespräsidenten mit. 26 Mitglieder der Bundesversammlung werden von den Fraktionen im Abgeordnetenhaus entsandt, hinzu kommen 27 Bundestagsabgeordnete. Die Hauptstadt stellt damit etwa vier Prozent der 1260 Delegierten. 14 Berliner wurden jeweils von CDU und SPD entsandt, zehn von der Linken, neun von den Grünen, vier von der AfD und zwei von der FDP.

Während sich Frank-Walter Steinmeier mehrheitlich auf die Stimmen von SPD, CDU und FDP verlassen kann, sind die Grünen uneins: Die grüne Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann, kündigte an, sie werde den Kandidaten der Linken wählen, den Armutsforscher Christoph Butterwegge. Der Kreuzberger Abgeordnete Hans-Christian Ströbele erklärte, auch er habe Vorbehalte gegen Steinmeier. Er werde „nach der Kandidatenlage“ entscheiden, wie er abstimme.

Die Berliner Bundestagsabgeordneten sind automatisch Mitglieder der Bundesversammlung. Die Liste mit den 26 Landesdelegierten hatte das Abgeordnetenhaus Anfang Dezember auf Vorschlag der Fraktionen beschlossen:

Für die SPD kommen der Regierende Bürgermeister Michael Müller, der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, Fraktionschef Raed Saleh, Ex-Frauenstaatssekretärin Barbara Loth und die Abgeordneten Ülker Radziwill und Iris Spranger.

Die CDU schickt den früheren Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen, die Verlegerin Friede Springer, Ex-Sozialsenator Mario Czaja, Ex-Innensenator Frank Henkel und die Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf, Cerstin Richter-Kotowski.

Auf Vorschlag der Grünen kommen Fraktionschefin Antje Kapek, Wirtschaftssenatorin Ramona Pop, die Intendantin des Maxim-Gorki-Theaters, Shermin Langhoff, die Abgeordnete Bettina Jarasch und Monika Herrmann als Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg.

Die Linke schickt die Abgeordnete Anne Helm, die Ökonomin Erika Maier, die Schriftstellerin Anna Seidl und den Abgeordneten Hakan Taş.

Auf dem Ticket der AfD kommen Parteichefin Beatrix von Storch, Fraktionschef Georg Pazderski, der Abgeordnete Gunnar Lindemann und der Chefredakteur der Wochenzeitung „Junge Freiheit“, Dieter Stein.

Die FDP schließlich sendet Fraktionschef Sebastian Czaja und den Abgeordneten Stefan Förster in die Bundesversammlung.

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