Einsatz

Ministerium sucht ehrenamtliche Kurzzeit-Entwicklungshelfer

In Afrika ehrenamtlich als Entwicklungshelfer tätig zu sein wird jetzt für Berufstätige möglich. Heute wird das Programm vorgestellt.

Ehrenamtlich in Afrika als Entwicklungshelfer arbeiten – das war bisher Menschen vorbehalten, die viel Zeit mitbringen. Nun wird es auch möglich, sich nur einen Monat lang zu engagieren.

Ehrenamtlich in Afrika als Entwicklungshelfer arbeiten – das war bisher Menschen vorbehalten, die viel Zeit mitbringen. Nun wird es auch möglich, sich nur einen Monat lang zu engagieren.

Foto: SES

Berlin.  Wer als Entwicklungshelfer ehrenamtlich arbeiten will, der musste bislang entweder im Ruhestand sein oder sich langfristig verpflichten. Das soll sich nun ändern. Der Senior Experten Service (SES) des Entwicklungsministeriums bietet künftig berufstätigen Menschen ab 30 Jahren die Möglichkeit, nur für eine begrenzte Zeit – zwischen ein und drei Monaten – als ehrenamtlicher Helfer in Entwicklungs- und Schwellenländer zu gehen.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sagte unserer Redaktion, bisher hätten sich vor allem die Älteren mit ihrem Wissen einbringen können. „Mit dem neuen Weltdienst 30 plus können jetzt auch Jüngere ihr Wissen teilen. Das bietet die Chance, auch seine eigene Entwicklung voranzubringen, eine Win-win-Situation für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.“ Jeder passende Bewerber werde gebraucht und entsprechend seinen Fähigkeiten eingesetzt, betont der Minister: „Das kann völlig neue Kräfte freisetzen, zu erleben, wie man in Afrika lebt, wie man gebraucht wird und Entwicklungen voranbringen kann.“

Acht Jahre Berufserfahrung sind Voraussetzung

Wie kann man teilnehmen? Voraussetzung sind mindestens acht Jahre Berufserfahrung, Sprachkompetenzen, zeitliche Flexibilität, eine Freistellung des Arbeitgebers und eine Kranken- und Sozialversicherung. Für Bewerber, die zum Einsatz kommen, entstehen keine Kosten. Ein kleines Taschengeld in der Währung des jeweiligen Landes wird sogar bezahlt. Unterlagen gibt es unter www.ses-bonn.de.

Einsätze können nach Informationen des Ministeriums in allen Bereichen stattfinden. In kleinen und mittleren Unternehmen genauso wie in Kommunen, in Krankenhäusern oder im Bildungs- und Ausbildungsbereich. Müller wird das Programm am Donnerstag in Berlin vorstellen und zunächst einen Diplom-Physiker aus Baden-Württemberg nach Tunesien entsenden, der dort im Bereich der klimafreundlichen Energien arbeiten wird. In den vergangenen 35 Jahren haben über den „Senior Experten Service“ 40.000 ehrenamtliche Fachkräfte aus Deutschland in 160 Ländern gearbeitet. Im vergangenen Jahr wurden rund 8000 Freiwillige entsandt.

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