Nato-Manöver

US-Panzer von Bremerhaven aus in den Osten geschickt

US-Panzer für Osteuropa sind am Freitag auf deutschem Boden angekommen. Die Nato-Aktion wurde in der Vergangenheit vielfach diskutiert.

In Bremerhaven wurden am Freitag US-Panzer entladen.

In Bremerhaven wurden am Freitag US-Panzer entladen.

Foto: Ingo Wagner / dpa

Bremerhaven.  Zur Stärkung der Nato-Ostflanke hat das Militärbündnis US-Waffen und amerikanische Soldaten auf den Weg nach Polen geschickt. Die ersten Panzer wurden am Freitag in Bremerhaven entladen. Beim US-Militär läuft das Manöver unter dem Namen „Atlantic Resolve“ („Atlantische Entschlossenheit“).

Die Panzer sollen später per Bahn zunächst auf direktem Wege nach Polen gelangen. Insgesamt werden rund 4000 US-Soldaten und 87 Panzer der 3. Brigade der 4. US-Infanteriedivision in Nato-Länder Ost- und Mitteleuropas verlegt. Die Verlegung soll in zwölf Tagen abgeschlossen sein.

US-Armee verlegt Streitkräfte nach Osteuropa
US-Armee verlegt Streitkräfte nach Osteuropa

Containerschiff hatte mit Sturm zu kämpfen

„Atlantic Resolve“ sei ein Zeichen des kontinuierlichen US-Engagements für Europa zur Stabilisierung des Friedens, sagte der stellvertretende Oberbefehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa, Generalmajor Timothy McGuire, in Bremerhaven. Panzer, Container, Lastwagen und Anhänger gehen per Bahn und in Militärkonvois auf den Weg nach Polen und später dann in weitere Länder.

„Den Frieden sichert man am besten, indem man sich vorbereitet“, sagte US-Generalmajor Timothy McGuire in Bremerhaven auf die Frage, ob mit der Stationierung ein Signal an Russland gesendet werden solle. Vor allem osteuropäische Nato-Staaten sind besorgt, weil Russland im Jahr 2014 die ukrainische Halbinsel Krim annektierte und die prorussischen Rebellen in der Ostukraine unterstützt.

„Eine logistische Großoperation“, betonte Bundeswehr-Generalmajor Josef Blotz vom Kommando Streitkräftebasis. Es sei versucht worden, Verkehrsbeeinträchtigungen möglichst zu vermeiden. Der Transport auf dem Seeweg nach Deutschland hatte gestern zu einigen Problemen geführt. Das mit den Panzern und anderen Waffen sah sich starkem Wellengang aufgrund den Sturmfront in Norddeutschland gegenüber.

Wilde Spekulationen um Angriffskrieg-Regelung

Doch nicht nur auf See, sondern auch im Internet schlug der Operation einiges entgegen. Rechtsgerichtete Internetplattformen sehen das Manöver im Zusammenhang mit angeblichen Vorbereitungen eines Angriffes auf Russland. Der „Bayerische Rundfunk“ hatte zuletzt darüber berichtet, dass die Diskussion an Fahrt aufgenommen hat, weil Kommentatoren eine Gesetzesänderung beim Strafgericht als Freifahrtschein für Angriffskriege missverstanden hatten.

Wie der Sender aufzeigte, wurde tatsächlich der Paragraf 80 des Strafgesetzbuches gestrichen, der die Vorbereitung eines Angriffskrieges unter Strafe stellt. Doch im gleichen Atemzug hatte der Bundestag den Paragrafen 13 des Völkerstrafgesetzbuches ergänzt. Dieser verbietet nun Angriffskriege und die Vorbereitung solcher Handlungen. Das Strafmaß bei Missachtung: zehn Jahre oder länger im Gefängnis. (dpa/ac)