Köln/Düsseldorf

Silvesternacht in Köln unter Polizeischutz

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Matthias Korfmannund Martin Schroers

Köln/Düsseldorf. Mit einem massiven Aufgebot an Sicherheitskräften sollen die Bürger in Köln in der Silvesternacht vor Terror-Attacken und Übergriffen durch Kriminelle geschützt werden. Fünf der 18 Einsatz-Hundertschaften der NRW-Polizei werden in der Domstadt im Dienst sein. Landes- und Bundespolizei wollen diesmal verhindern, dass ein enthemmter Mob die feiernden Menschen angreifen kann. Kölns Polizeipräsident Jürgen Mathies sagte am Mittwoch: „Man kann vieles planen, aber nicht alles verhindern.“

All das, was vor einem Jahr am Kölner Hauptbahnhof und Dom fehlte, wird diesmal demonstrativ vorhanden sein: eine „Schutzzone“, viel Licht, Kameras, 1500 Polizisten, Streetworker, ein Beratungsmobil für Frauen. Und wer „böllern“ will, der muss sich einen anderen Platz suchen. Köln wirbt an dem Ort, an dem vor einem Jahr Hunderte Frauen sexuell belästigt worden waren, mit einem Familienfest inklusive Lichtinszenierung und gemeinsamem Singen.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker sagte, jeder solle in Köln friedlich Silvester feiern können. Aber natürlich ist ihr bewusst, dass Silvester für viele nach den Vorfällen vor einem Jahr kein unbeschwertes Ereignis mehr ist. „Ich hoffe, dass die Frauen am Jahrestag nicht wieder eingeholt werden von den bösen Geistern“, sagte sie nachdenklich.

Betonsperren sichern Zufahrten

Zu den bösen Erinnerungen an den vergangenen Jahreswechsel kommt jetzt die Terrorgefahr. Deshalb werden in Köln wie in anderen Städten, wo sich an Silvester viele Menschen versammeln, Sperren aufgestellt, um die Einfahrt von schweren Fahrzeugen zu verhindern. Gruppenfahrzeuge, Laster, Wasserwerfer und Betonsperren werden als Hindernisse aufgestellt.

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Arnold Plickert, hält das Sicherheitskonzept für Köln für „gelungen“. Die Schwachstellen seien behoben worden. Auch Wolfgang Wurm, Präsident der zuständigen Bundespolizeidirektion St. Augustin, gab sich in Köln alle Mühe, Zuversicht zu verbreiten: „Nach menschlichem Ermessen“, behauptet er, „sind wir gut aufgestellt.“ Eine Interventionseinheit der Bundespolizei könne jederzeit mit Hubschraubern nach Köln oder andere Orte in NRW geflogen werden.

Eine für die Silvesternacht angemeldete Demonstration der rechtsextremen NPD am Kölner Dom hat die Polizei verboten. Polizeipräsident Mathies sagte, man müsse in der angespannten Lage Konfrontationen zwischen Demonstranten und Gegendemonstranten vermeiden. Nach dem Verbot hat die AfD am Mittwoch eine Kundgebung auf der Domplatte angemeldet. Der Veranstalter rechne mit nur einigen Dutzend Teilnehmern, so die Polizei.

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