Politik

Gekappte Verbindungen

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Christine Richter

Am Gleimtunnel haben die Radfahrer künftig Vorfahrt

Er hat in Prenzlauer Berg schon seine Spuren hinterlassen, nun sollen es noch mehr werden – im Bezirk und in der ganzen Stadt: Der neue Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner (Grüne) kündigte jetzt an, dass der Gleimtunnel in Prenzlauer Berg zwar wieder für den Verkehr geöffnet wird, dass aber dort und auf der hindurchführenden Straße die Radfahrer Vorfahrt haben werden. Mehr noch: Die Stargarder Straße wird ab der Prenzlauer Allee eine sogenannte Fahrradstraße, dann die Gleimstraße bis zur Brunnenstraße ebenfalls. Dort dürfen Radfahrer dann nebeneinander, mitten auf der Straße fahren, dort müssen Autofahrer im Schritttempo unterwegs sein und dürfen nur mit großem Abstand überholen.

Wer sich das in der Praxis anschauen will, der kann ja mal mit dem Auto durch die Choriner Straße fahren. Faktisch heißt dies nämlich, dass die Autofahrer aus dieser Straße verbannt werden. Da mag Kirchner noch zehnmal betonen, der Tunnel bleibe ja für Autos offen.

Jeder Radfahrer mag sich über die nächste Vorrangstraße freuen. Aber diese Straßenführung von der Prenzlauer Allee bis zur Brunnenstraße ist nun einmal eine der wichtigen Ost-West-Verbindungen. Bekanntermaßen gibt es davon nicht zu viele, und die, die es gibt, sind entweder im Berufsverkehr zugestaut (Leipziger Straße) oder wurden vom Senat mit Trams und irren Ampelschaltungen zu einem Verkehrshindernis für alle Verkehrsteilnehmer gestaltet (Invalidenstraße). Dass es den politisch Verantwortlichen nicht gelungen ist, den Gleimtunnel, der nach einem Unwetter Ende Juli (!) geschlossen werden musste, bis heute wieder zu eröffnen, spricht allein schon Bände.

Das Versprechen, einen gesunden Verkehrsmix zu wollen, kann sich der Senat jedenfalls sparen. Rot-Rot-Grün ist entschlossen, den Autofahrern das Leben mit jedem Tag schwerer zu machen. Klug geht anders.Seite 14

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