Berlin

2017 – diese Probleme soll die Politik lösen

Exklusiv-Umfrage: Die Deutschen sehen die Flüchtlingskrise als größte Herausforderung. Sie trauen dabei Kanzlerin Merkel noch am meisten zu

Berlin. Die Deutschen wünschen sich im neuen Jahr mehr Sicherheit: Da ist vor allem die große Verunsicherung über die hohe Zahl der Flüchtlinge, da ist aber auch die Angst vor zu wenig materieller Versorgung im Alter. Die repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag dieser Zeitung zeigt, dass das Schutzbedürfnis ein elementares Thema im Wahljahr 2017 sein wird.

Als größte politische Herausforderung nannten die Deutschen mehrheitlich die Flüchtlingskrise. 30 Prozent sagten, der Flüchtlingszustrom müsse weiter begrenzt werden. Im Osten waren es sogar 33 Prozent (Westen: 30 %). Und Männer (34 %) nannten das Thema öfter als Frauen (26 %).

Die Politik steht hier vor schwierigen Aufgaben: Hunderttausende Asylanträge sind nicht abgearbeitet, es gibt Probleme bei Abschiebungen, der Familiennachzug kann zu neuen Belastungen führen. Auch Sicherheitsfragen stellen sich. Die Befragung wurde am 20. und 21. Dezember durchgeführt, nach dem Terroranschlag von Berlin.

Sorgen um ihre Sicherheit haben die Deutschen auch mit Blick auf die Rente: 25 Prozent bezeichneten deren Stabilisierung als wichtigste Aufgabe der Politik – im Westen (26 %) hat das Thema noch mehr Bedeutung als im Osten (21 %), und für Frauen (29 %) viel mehr als für Männer (21 %). Ohne private Zusatzvorsorge droht Millionen von Deutschen Altersarmut. Auch das Bestreben der Bundesregierung, das Rentenniveau bis 2045 auf 46 Prozent zu halten und den Beitragssatz nicht über 25 Prozent steigen zu lassen, lässt die Deutschen offenbar zweifeln: Reicht das? Weitere 17 Prozent wünschen sich von der Politik, die Kriminalität – etwa Wohnungseinbrüche – einzudämmen.

Nur wem trauen die Deutschen die Lösung dieser Probleme zu? 56 Prozent nannten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) – für eine amtierende Regierungschefin kein überzeugender Wert. Dahinter rangiert etwas überraschend CSU-Chef Horst Seehofer (39 %), noch vor SPD-Chef Sigmar Gabriel (35 %) und dem scheidenden EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz (SPD, 32 %).

Aufschlussreich dabei: AfD-Chefin Frauke Petry liegt mit zehn Prozent an letzter Stelle der acht zur Wahl gestellten Politiker. Die AfD wird demnach als reine Protestpartei wahrgenommen – und weniger als glaubwürdige Alternative.