Tunis

Tunesier wollen Extremisten nicht zurückhaben

Tunis. Angesichts des Terroranschlags in Berlin haben Hunderte Menschen in Tunesien gegen die Rückführung von mutmaßlichen Extremisten in das nordafrikanische Land protestiert. Die Demonstranten versammelten sich außerhalb des Parlaments in der Hauptstadt Tunis, wie lokale Medien berichteten. Bilder zeigten Menschen mit Plakaten, auf denen unter anderem „Nein zu Terrorismus“ stand. Der Protest am Sonnabend wurde von verschiedenen zivilen Gruppen organisiert.

Nach dem Terroranschlag in Berlin, der mutmaßlich vom Tunesier Anis Amri ausgeführt wurde, drang Berlin zuletzt auf schnellere Abschiebungen nach Tunesien. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte gesagt, der Rückführungsprozess müsse deutlich beschleunigt werden. Tunesien hat ein ernstes Problem mit Radikalen: Tunesier stellen die größte Gruppe von ausländischen IS-Kämpfern außerhalb von Syrien und dem Irak.

Unterdessen haben tunesische Sicherheitskräfte fünf weitere mutmaßliche Dschihadisten festgenommen. Zunächst gab es keine Hinweise, dass die Festnahmen in Zusammenhang mit dem Anschlag in Berlin und dem mutmaßlichen Täter Amri stehen. Man habe am Rand der Hauptstadt Tunis eine „gefährliche“ Gruppe ausgehoben, die für die Rekrutierung und Entsendung von Kämpfern ins Ausland verantwortlich sei, teilte das tunesische Innenministerium mit.