Irak-Krieg

Saddam Husseins Tochter lobt Trumps „politische Vernunft“

„Er ist sich der Fehler bewusst, die im Irak gemacht wurden“. Bei CNN sprach die Tochter von Saddam Hussein auch über Donald Trump.

Der frühere irakische Machthaber Saddam Hussein nach seiner Festnahme im Dezember 2003.

Der frühere irakische Machthaber Saddam Hussein nach seiner Festnahme im Dezember 2003.

Foto: imago stock&people / imago/ZUMA Press

Berlin.  Raghad Saddam Hussein erhofft sich vom künftigen US-Präsidenten Donald Trump eine andere Irak-Politik als die seiner Vorgänger. Das sagte die Tochter des 2003 gestürzten irakischen Machthabers Saddam Hussein in einem Interview mit dem TV-Sender CNN.

„Dieser Mann ist gerade erst an die Macht gekommen“, so die 48-Jährige über Trump. „Aber soweit sich erkennen lässt, hat er ein hohes Maß an politischer Vernunft, was ihn sehr stark von seinem Vorgänger unterscheidet.“ Trump habe die Fehler anderer Politiker aufgezeigt, insbesondere in Sachen Irak. „Er ist sich der Fehler bewusst, die im Irak gemacht wurden und dessen, was mit meinem Vater geschehen ist.“

Tochter rechtfertigt Brutalität des Vaters

Nach der US-Invasion und seinem Sturz 2003 unter der US-Präsidentschaft von George W. Bush wurde Saddam Hussein 2006 hingerichtet. Seine Tochter, die in Jordanien lebt, macht die USA verantwortlich für den Staatszerfall, den Bürgerkrieg und den Aufstieg der Terrormiliz „IS“ in ihrem Heimatland. „Die extremistischen Gruppen wurden im Irak erst stark, als unsere Herrschaft endete“, so Raghad Saddam Hussein auf CNN.

Sie räumt zwar die Brutalität von Saddam Hussein Regime ein, rechtfertigt diese aber als notwendig: „Ja, es gab Gewalt, manchmal auch sehr viel davon und ich kann Gewalt nicht gutheißen“, sagt Raghad Saddam Hussein. „Aber der Irak ist schwierig zu kontrollieren und das begreifen die Menschen erst jetzt.“

Trump behauptete im Wahlkampf, gegen Irak-Krieg gewesen zu sein

Während des Wahlkampfes hatte der Republikaner Donald Trump behauptet, er sei gegen den Einmarsch im Irak 2003 unter seinem Parteifreund Bush gewesen. In Interviews vor und nach der Invasion hatte er sich allerdings immer wieder als Unterstützer des Krieges geäußert. Über Saddam Hussein hatte Trump gesagt, er sei zwar „ein übler Kerl“, lobte ihn aber als effizienten Kämpfer gegen „Terroristen“. (küp)