Politik

„LaBelle“ und „Maison de France“: Terror in Berlin

Bei Anschlägen in den 80ern starben vier Menschen

Berlin war bislang zweimal das Ziel terroristischer Anschläge, beide Male war der Westteil der Stadt betroffen. 1983 explodierte eine Bombe im französischen Kulturinstitut „Maison de France“ am Kudamm, nur wenige hundert Meter vom aktuellen Tatort entfernt. Die oberen beiden Stockwerke des Instituts, in dem damals auch das französische Generalkonsulat untergebracht war, wurden zerstört. Ein Mensch starb, 23 wurden verletzt.

Verübt worden war der Anschlag von Johannes Weinrich, der seit 1994 in Haft sitzt und im Jahr 2000 zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Weinrich war Chef der „Revolutionären Zellen“ und galt als Vertrauter des venezolanischen Terroristen Ilich Ramirez Sanchez, genannt „Carlos“, der die Attacke in Auftrag gegeben hat. Carlos wurde 1994 und 2011 zu lebenslanger Haft verurteilt, die er in Frankreich verbüßt.

Der bislang schwerste Anschlag in Berlin fand am 5. April 1986 statt. Im Auftrag des libyschen Geheimdienstes ließ eine fünfköpfige Terrorzelle eine Bombe in der Friedenauer Diskothek „LaBelle“ explodieren. Drei Menschen starben, mehr als 200 wurden zum Teil schwer verletzt. Die Diskothek an der Hauptstraße 77-78 war ein beliebter Treffpunkt amerikanischer Soldaten.

Die Aufklärung des Falles stellte zum ersten Mal den Nachweis für staatlich organisierten Terrorismus dar. Sie wurde durch die Öffnung der Archive des DDR-Geheimdienstes möglich. Demnach wusste die DDR-Staatssicherheit von den Anschlagsplänen und überwachte die Terrorgruppe – einer der Täter war sogar als „IM Alba“ bei der Staatssicherheit registriert. Nach einem bis dahin einmaligen Strafprozess verurteilte das Landgericht Berlin die Täter 2001 zu langen Freiheitsstrafen. Das Gericht bezeichnete den damaligen libyschen Revolutionsführer Muammar Gaddafi als Auftraggeber des Anschlages. Heute erinnert eine Gedenktafel am Haus an den Anschlag vor 30 Jahren.