Syrienkrieg

Sicherheitsrat stimmt für Beobachter-Mission in Aleppo

Die Evakuierung Aleppos geriet am Wochenende ins Stocken, kommt aber nun wieder in Gang. Die UN wollen neutrale Beobachter entsenden.

Nach Verzögerungen werden weitere Zivilisten aus Ost-Aleppo evakuiert. Rund zehn Busse erreichten die Orte Fua und Kafraja.

Nach Verzögerungen werden weitere Zivilisten aus Ost-Aleppo evakuiert. Rund zehn Busse erreichten die Orte Fua und Kafraja.

Foto: imago stock&people / imago/Xinhua

New York/Aleppo.  Der UN-Sicherheitsrat hat per Resolution die Entsendung von Beobachtern in die syrische Stadt Aleppo gefordert. Alle 15 Mitgliedsstaaten stimmten am Montag in New York einem entsprechenden Kompromissentwurf zu.

Darin wird der UN-Generalsekretär aufgefordert, eine Beobachtung der Evakuierungen im jahrelang umkämpften Ostteil der Stadt zu organisieren. Der Generalsekretär solle „dringende Schritte unternehmen, inklusive Sicherheitsmaßnahmen, um die Beobachtung durch die Vereinten Nationen und andere relevante Organisationen“ in die Wege zu leiten, heißt es in dem Text. Auch der freie Zugang für humanitäre Hilfe wird gefordert.

Vorige Abstimmung verschoben

Am Sonntag war die Abstimmung nach einer russischen Veto-Drohung und mehr als drei Stunden Verhandlung hinter verschlossenen Türen verschoben worden.

Russland hatte zuvor damit gedroht, eine von Frankreich eingebrachte Resolution zu blockieren. Russland hatte einen Gegenentwurf eingebracht. Hinter verschlossenen Türen habe man dann „konstruktiv“ an einem gemeinsamen Text gearbeitet, hieß es.

Evakuierung wieder aufgenommen

Derweil wurde die Evakuierung der Rebellengebiete im Osten von Aleppo wieder aufgenommen. Rund Zehn Busse haben die ersten Zivilisten aus den beiden von Rebellen belagerten Orten Fua und Kafraja im Nordwesten Syriens gebracht. Unter ihnen seien Kranke und Verletzte, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag. Die türkische Hilfsorganisation IHH berichtete, in den Bussen, die in Raschidin ankamen, seien rund 400 Menschen gewesen.

Am Sonntag hatte sich der geplante Abtransport Tausender Menschen trotz einer Vereinbarung zunächst verzögert. Offenbar hatte ein Angriff auf einige Busse in der Nachbarprovinz Idlib den Deal torpediert.

Zehntausende Menschen harren noch aus

Es wird davon ausgegangen, dass sich noch mehrere Zehntausend Menschen – Rebellen und Zivilisten – in dem seit Monaten von Regierungstruppen belagerten Osten der Großstadt aufhalten. Die Rebellengebiete dort waren in den vergangenen Wochen nach heftigen Luftangriffen fast vollständig vom syrischen Regime mit Hilfe seiner Verbündeten Russland und Iran erobert worden.

Regierungskreise hatten zuvor von einer neuen Vereinbarung zwischen der syrischen Führung und den Rebellen berichtet. Diese schließe auch die Evakuierung der belagerten Orte Fua und Kafraja mit ein. Am Freitag war wie Räumung unterbrochen worden, nachdem es erneut Gefechte gegeben hatte. Die Führung in Damaskus und die Opposition hatten sich dafür gegenseitig die Schuld zugeschoben. (dpa)