Politik

„Gemeinden in Griechenland sind völlig überfordert“

Zum Artikel: „Ein Land, zwei Fronten“ vom 14. Dezember

Die griechischen Inseln haben wir bereist und Land und Leute kennengelernt. Damals gab es noch die alte Drachme, Wirtschaft und Verwaltung waren häufig chaotisch, aber die Leute haben sich eben durchgewurstelt. Man lebte bescheiden vom Fremdenverkehr, der in den letzten Jahren zurückgeht. Heute sind die kleinen Gemeinden völlig überfordert von den zahlreichen Schutz suchenden Flüchtlingen und hoffen auf Hilfe aus Europa, das sich doch immer wieder unaufgefordert seiner bleibenden Werte rühmt. Griechenlands Finanzen waren seit seiner Gründung stets in einem, vorsichtig gesagt problematischen Zustand. Trotzdem wurde Griechenland Euroland, obwohl dem damaligen Finanzminister Eichel die schwierigen Verhältnisse bekannt waren. „Griechenland ist auf einem guten Wege“ – so hieß es. Druck auf Europa, auf das christliche Abendland, sich wieder einmal auf die „Werte“ zu besinnen, hat wohl keinen Sinn mehr. Unsere Nachbarn halten den Zustrom der Flüchtlinge für ein deutsches Problem. Trotzdem, Deutschland zeigt, dank der Politik der Bundeskanzlerin in der Flüchtlingsfrage, ein menschliches Bild – trotz mancher Fehler, die vielleicht nicht zu vermeiden waren. Dafür sollten wir dankbar sein. Schließlich sind wir doch noch das christliche Abendland.

Dr. Edgar Gruber, Zehlendorf

Zu geringe Akku-Leistung für flächendeckende Einführung

Zum Artikel: „BVG-Mitarbeiter fahren komplett unter Strom“ vom 15. Dezember

Als hauptberuflicher Paketzusteller kann ich keine normalen Touren fahren, da das Fahrzeug nur eine Reichweite von rund 120 Kilometern hat, die beim extremen Kurzstreckenverkehr nicht ausreichen dürfte. Um die Elektromobilität flächendeckend in Berlin einzuführen, bedarf es einer deutlichen Akku-Mehrleistung. Das Fahrzeug sollte etwa 200 Kilometer schaffen, um bei Frost oder Regen, mit Scanner, Fahrlicht, Innenraumbeleuchtung bis zum Ende der Zustellertour durchzuhalten. Dies dürfte auch für Lebensmittellieferdienste gelten, die noch eine Kühlung benötigen.

Thomas Splittgerber, Lichterfelde

Die Verarmung in Deutschland schreitet voran

Zum Artikel: „Wer kam – und wer ging“ vom 15. Dezember

Nur noch 61 Prozent aller Menschen in Deutschland gehören dem christlichen Glauben an. Das finde ich im Verhältnis zu anderen Ländern doch überraschend. Dass der Unmut gegenüber Zuwanderern zugenommen hat, liegt vielleicht auch daran, dass die Verarmung in Deutschland voranschreitet. Viele Personen und Familien leben trotz Arbeit an der Hartz-IV-Grenze. Diese sehen nun die Zuwanderer, welche mit Wohnraum, Verpflegung und Taschengeld bedacht werden. Das Phänomen Neid ist nur allzu menschlich. Der Groll gegen Zuwanderer würde vielleicht unterbleiben, wenn jeder Arbeitnehmer ein sicheres Einkommen und keine finanziellen Nöte hätte.

Wolf-Dietrich Braun, Gatow

Kriminelle lachen sich über unsere Polizei kaputt

Zum Artikel: „Räuber erhält
Schmerzensgeld für Schuss in den
Hoden“ vom 15. Dezember

Jetzt erhält ein Räuber tatsächlich 2500 Euro Schmerzensgeld aus der Landeskasse, weil er bei einem Tankstellenüberfall durch eine Polizeikugel einen Hoden eingebüßt hat. Mich hat es immer irritiert, dass Polizisten bei der Verfolgung von Verbrechern so lange „Stehenbleiben, Polizei!“ rufen, bis der Straftäter über alle Berge ist. Wie soll sich da Respekt vor der Polizei aufbauen? Kriminelle lachen sich doch kaputt.

Peter Richartz, per E-Mail