Konrad-Adenauer-Stiftung

Die meisten Ausländer wollen sich deutscher Kultur anpassen

Peter Altmaier hat eine Studie vorgestellt, die Migranten nach ihren Einstellungen befragt hat: zum Beispiel zum Thema Homosexualität.

Für eine Studie hat die Konrad-Adenauer-Stiftung Menschen mit Migrationshintergrund befragt.

Für eine Studie hat die Konrad-Adenauer-Stiftung Menschen mit Migrationshintergrund befragt.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Berlin.  Nach Ansicht von Kanzleramtschef Peter Altmaier sind viele Migranten in Deutschland besser integriert als oft vermutet. „Integration ist möglich“, so Altmaier am Freitag in Berlin, „und sie gelingt in erstaunlichem Maße.“ Er bezog sich damit auf eine neue Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung, die er vorstellte. Die CDU-nahe Stiftung hatte Integration und Wahlverhalten von Deutschen mit und ohne Migrationshintergrund sowie in Deutschland lebenden Ausländern untersucht.

Nach der Studie leben nicht nur 96 Prozent der Deutschen mit Migrationshintergrund sowie 95 Prozent der Ausländer gern in Deutschland; sie haben zum Teil auch höhere Ansprüche an Integration als Deutsche, die keine Migrationsgeschichte haben.

Schlüsselkompetenz ist die Sprache

So sind 83 Prozent der Deutschen mit Migrationshintergrund der Meinung, Zuwanderer sollten sich der deutschen Kultur anpassen, während dieser Aussage nur 76 Prozent derer ohne Migrationshintergrund zustimmen.

Das Erlernen der deutschen Sprache schätzten sie mit 98 Prozent als etwas wichtiger ein als Deutsche, bei denen beide Elternteile hier geboren sind (96 Prozent). Generell sind Zuwanderer laut Sabine Pokorny, Autorin der Studie, besser integriert, je länger sie hier sind.

Unterschiede beim Thema Homosexualität

Größere Unterschiede bei den Ergebnissen gibt es bei Einstellungen zur Homosexualität, wo 23 Prozent der befragten Deutschen mit Migrationshintergrund angaben, keine homosexuellen Freunde zu wollen.

Dasselbe sagten nur 6 Prozent derer ohne Migrationshintergrund. Auch beim Thema Gewaltbereitschaft stellte die Stiftung unterschiedliche Attitüden fest: So stimmten 4 Prozent der Teilnehmer ohne Migrationshintergrund der Aussage zu, dass es in demokratischen Gesellschaften auch Konflikte gebe, die mit Gewalt ausgetragen werden müssten. Bei Befragten mit Migrationsgeschichte war die Zustimmung mit 14 Prozent mehr als drei Mal so hoch.

Altmaier: Bereitschaft zur Integration muss da sein

„Integration bedeutet nicht, dass man die Herkunft an der Garderobe abgeben muss“, so Altmaier, der auch Flüchtlings-Koordinator der Bundesregierung ist, „aber die Bereitschaft, auf die Mehrheit zuzugehen, muss da sein.“ Und die sei ausgeprägt, so der CDU-Politiker.

Flüchtlinge wurden für die Untersuchung nicht befragt. Die Umfrage unter Menschen in Deutschland mit und ohne Migrationshintergrund sowie Ausländern wurde zwischen Januar und April 2015 durchgeführt.