US-Politik

Cyber-Krieg mit Russland – Obama droht mit Vergeltung

Dass Obama Russland wegen digitaler Störmanöver im US-Wahlkampf mit einem Gegenschlag droht, ist keine Petitesse. Ein Kommentar.

Die US-Geheimdienste sind sicher, dass Russland durch Hacker versucht hat, die US-Wahlen im November zu beeinflussen. US-Präsident Obama (r., mit Russlands Präsident Putin im September beim G20-Gipfel in China) droht mit einem Gegenschlag.

Die US-Geheimdienste sind sicher, dass Russland durch Hacker versucht hat, die US-Wahlen im November zu beeinflussen. US-Präsident Obama (r., mit Russlands Präsident Putin im September beim G20-Gipfel in China) droht mit einem Gegenschlag.

Foto: imago stock&people / imago/ITAR-TASS

Washington.  Wenn ein amerikanischer Präsident einem anderen Land mit Vergeltung droht, ist Aufmerksamkeit geboten. Wenn das andere Land Russland ist – umso mehr. Obamas Ankündigung, die von allen US-Geheimdiensten Moskau zugeschriebenen digitalen Störmanöver im Präsidentschaftswahlkampf zu Lasten Hillary Clintons mit einem geeigneten Gegenschlag zu beantworten, ist keine Petitesse.

Die Aussicht, dass Obama bis zu seinem Aussscheiden am 20. Januar Wirtschafts-Sanktionen oder Retourkutschen im Cyberspace anordnen könnte, muss beunruhigen. Käme es so, Präsident Putin würde schon aus Nationalstolz antworten und abermals seine Computer-Hacker an die Tastaturen beordern. Eine Spirale der Eskalation könnte in Gang kommen. Ausgang? Ungewiss.

Verhältnis USA-Russland ist schwer beschädigt

Die Konfrontation zeigt, wie weit die Zerrüttung im amerikanisch-russischen Verhältnis gediehen ist. Das wird bleiben. Auch wenn Donald Trump penetrant auf Schönwetter macht, einen Putin-Öl-Freund als Außenminister installiert und sich Fakten verweigert, die nicht in sein konspiratives Weltbild passen.

Obamas designierter Nachfolger streitet eine von CIA bis FBI detailliert behauptete Einmischung des Kreml in den Wahlkampf zu seinen Gunsten ab. Das werden ihm die Geheimdienste nicht vergessen. Der künftige Commander-in-Chief hat die für die nationale Sicherheit Verantwortlichen öffentlich der Parteinahme beschuldigt und lächerlich gemacht.

Ein Skandal im Skandal. Trump hinkt schon, bevor er ins Weiße Haus einziehen kann.