Kairo

Bombe brachte Egypt-Air-Flugzeug im Mai zum Absturz

Ägyptische Behörden finden Sprengstoff an den Opfern

Kairo.  Der Absturz einer Egypt-Air-Maschine Mitte Mai über dem Mittelmeer ist von einer Bombe verursacht worden. Man habe an den Leichen der Opfer Spuren von Sprengstoff gefunden, gab das Luftfahrtministerium in Kairo am Donnerstag überraschend bekannt. Bei dem Unglück waren 66 Menschen ums Leben gekommen, etwa die Hälfte von ihnen waren Ägypter. Die Maschine war auf dem Weg von Paris nach Kairo gewesen. Aus den Daten der beiden geborgenen Flugschreiber und technischen Signalen des Airbus 320 ließ sich bereits ablesen, dass einer der Piloten in den letzten Momenten der Maschine versuchte, ein Feuer an Bord zu löschen. Einen Notruf konnten die beiden Flugzeugführer nicht mehr absetzen.

Geborgene Wrackteile zeigten schwere Brandschäden. Bereits im September hatten französische Ermittler an Überresten des Jets Spuren von TNT gefunden. Danach jedoch sei ihnen von ägyptischer Seite jede weitere Untersuchung verboten worden, schrieb damals die Zeitung „Le Figaro“. Inzwischen jedoch scheinen die Beweise für eine Terrortat so erdrückend zu sein, dass sich nun auch die ägyptische Seite gezwungen sieht, Sprengstoff an Bord offiziell zu bestätigen. Wie und wo die Bombe in das Flugzeug geschmuggelt wurde, ist unklar. Am Tag vor dem Unglücksflug war der Jet aus Eritrea kommend auf der Strecke Kairo–Tunis eingesetzt und anschließend auf der Route Kairo–Paris.

Im Jahr 2014 gab es einen dubiosen Zwischenfall in Kairo. Damals wurde am Bauch des Flugzeugs ein Graffiti entdeckt mit dem Text „Wir werden diese Maschine zum Absturz bringen“. Die letzten beiden Buchstaben der Jet-Kennung SU-GCC gleichen phonetisch dem Namen von Präsident Sisi.