Politik

„Die Senatorin sollte sich Rom, Paris und Moskau ansehen“

Zum Artikel: „Streit um Berlins
historische Mitte“ vom 12. Dezember

Als Berliner in der dritten Generation habe ich kein Verständnis für Bau­se­na­to­rin Katrin Lompscher, die den Wiederaufbau der Kolonnaden vor dem Schloss ebenso ablehnt wie die Rückversetzung des Neptunbrunnens. Da bewilligt der Bund die erforderlichen Mittel, um Berlins Mitte wieder zu vollenden, und diese Senatorin erdreistet sich, das Angebot abzulehnen. Vielleicht sollte sich die Senatorin vor einer solchen Entscheidung die historischen Bereiche der Städte Rom, Paris, Moskau oder London anschauen. Der Wiederaufbau wäre auch eine Attraktion für die Touristen, von denen Berlin lebt.

Heinz-Eberhard Kuhn, per E-Mail

Frau Lompscher hat sich wohl nicht einmal die Zeit genommen zu prüfen, was der Bund zu bauen vorschlägt – kein Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal, sondern modifizierte Kolonnaden ohne das Kaiser-Reiterdenkmal davor. Selbst ihr Vorgänger Herr Geisel war ganz zum Schluss für den Neptunbrunnen vor dem Schloss. Ich hoffe, dass sie auch ihre vorschnelle Antwort der Geldablehnung noch revidieren wird. Mehr Sachlichkeit und weniger Polemik in der Diskussion wären angebracht.

Horst Köhler, Lichtenrade

Die Gründe für diese Hochnäsigkeit gegenüber der Großzügigkeit des Bundes sind ersichtlich vorgeschoben. Auch bevor es ein schlüssiges Gesamtkonzept für das Gebiet rund um das Humboldt Forum gibt, kann man sich für den Kolonnaden-Aufbau und die Neptunbrunnen-Versetzung, wenn man sie wirklich will, aussprechen. Wenn die Senatorin den Sockel des Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals „auf jeden Fall denkmalgerecht sanieren“ will, dann ist es widersinnig, die, wie sie selbst sagt, dazugehörigen Kolonnaden nicht wieder errichten zu wollen. Und wer ein Stilgefühl hat, für den ist klar, dass der barocke Neptunbrunnen nicht vor eine gotische Kirche passt, sondern zu der barocken Schlossfassade gehört. Dass die Senatorin das Geld für den Wiederaufbau der Schinkelschen Bauakademie nicht zurückweist, deutet auf die Grundeinstellung der Senatorin hin: Schinkel – ja, Schloss – nein. Der linke Groll gegen den nicht verhinderten Wiederaufbau des Stadtschlosses artikuliert sich in dem Grummeln gegen die Kolonnaden und die Versetzung des Neptunsbrunnens.

Prof. Theodor Schweisfurth, Halensee

Relation zum Stadionbesucher kommt abhanden

Zum Artikel: „Vertrag bis 2021: Bayern macht Le­wan­dow­ski reich“ vom
14. Dezember

Man stelle sich mal vor, was 15 Millionen Jahresverdienst bedeuten: Dieser Fußballspieler verdient pro Tag mehr, als zwei Krankenschwestern oder Polizeibeamte im ganzen Jahr. Schon der Stundenlohn entspricht locker dem Monatsverdienst eines Facharbeiters. Dafür fehlt mit jedes Verständnis, weil jegliche Relation zum Stadionbesucher oder Fernsehzuschauer abhanden kommt.

Klaus P. Wollschläger, per E-Mail

Freilassung ist ein fatalesSignal an Nachahmer

Zum Artikel: „U-Bahn-Treter: Begleiter des Täters auf freiem Fuß“ vom
14. Dezember

Was ist das für ein fatales Signal an mögliche Nachahmer? Da wird der Begleiter, der den Tritt somit nachträglich als richtig akzeptierte, wieder freigelassen, weil ihm eine Tatbeteiligung angeblich nicht nachzuweisen ist. Jeder weiß nun: Mir passiert nichts, wenn ich „nur“ dabei bin und zusehe. Das darf so nicht passieren. Der Begleiter hat sich mindestens nach § 323c StGB (Unterlassene Hilfeleistung) selbst strafbar gemacht, und das in einem, wie ich meine, besonders schweren Fall.

Harry Vierath, per E-Mail