Politik

„Er wollte im Gegensatz zur Mehrheit die DDR retten“

Zum Artikel: „Staatssekretär auf Probe“ vom 14. Dezember

Die Beschwichtigungen der Linken können nicht überzeugen. Zu einem Zeitpunkt, als die DDR sich auflöste, die Bürger zu Tausenden das Land über die damalige ČSSR oder Ungarn verließen, also im Sommer 1989, trat Herr Holm in das Stasi-Wachregiment ein. Das ist doch ein klares Zeichen. Er wollte im Gegensatz zur Mehrheit der Bevölkerung die DDR retten. Das war seine Überzeugung. Heute zu behaupten, er war froh, dass die DDR untergegangen ist, ist unglaubwürdig. Er ist einzuordnen in die Riege derer, die bis zum bitteren Ende an das System glaubten und dann letztlich von den bekannten Ereignissen überrollt wurden.

Rudolf Zitzmann, Schmargendorf

Jeder kleine Polizei- oder Stadtinspektor wäre wohl mit einem Lebenslauf wie von Herrn Holm postwendend aus dem Beamtenverhältnis entfernt worden. Wenn allerdings die Nachfolger der ehemaligen Stasipartei SED ihre schützende Hand über jemand halten, wird er mit dem höchstdotierten Beamtenposten in Berlin belohnt. Hier kann jeder deutlich erkennen, welcher Klientel sich die Linke wirklich verpflichtet fühlt.

Ingo Janke, per E-Mail

Andrej Holm musste ja die Stasi aufgeben, denn die wurde aufgelöst. Nun wird er als Staatssekretär vereidigt, bekommt 8000 Euro im Monat. Wenn er danach freigestellt wird, hat er eine super Rente.

Ich wundere mich, dass die SPD nur aus Machtgründen das alles mitmacht. Die politische Verdrossenheit entsteht aus dem Handeln der Politiker.

Christa Reiter, per E-Mail

Ich würde wirklich gern wissen, welche Position Andrej Holm heute bei der Stasi hätte, wenn ihm die Wende nicht dazwischen gekommen wäre.

Thomas Randhan, Reinickendorf

Nun nimmt das Drama seinen Lauf. Tausende von Stasi-Opfern werden sich fragen, ob sie umsonst für Freiheit und Demokratie gekämpft und gelitten haben. Ja – es ist ein Tabubruch. Das i-Tüpfelchen dieser Entscheidung ist zudem die fragwürdige Bestellung zum „Beamten auf Probe“. Michael Müller und Katrin Lompscher müssten mit Blick auf ihre halbherzige Entscheidung nun schlaflose Nächte vor sich haben, denn es geht hier nicht etwa um einen geläuterten unschuldigen Volkspolizisten, sondern um eine freiwillige, höchst persönliche Entscheidung. Die Stasi-Eliteeinheit „Feliks Dzierzynski“ war kein staatlich organisiertes Blasorchester.

Rüdiger Otto, per E-Mail

Was kann Berlin am besten? Skandale! Und wieder einmal ist Michael Müller nicht in der Lage, ein Machtwort zu sprechen. Es ist unvorstellbar und nicht hinnehmbar, dass derart unsensibel mit den Schatten der Vergangenheit umgegangen wird. Solche Staatssekretäre brauchen wir nicht. Mal abgesehen, davon, dass es eh viel zu viele sind!

Monika Fritsch, per E-Mail

Ströbele wird immerlinks-ökologisch bleiben

Zum Artikel: „Grüner Ströbele tritt
nicht mehr im Bundestag an“ vom
14. Dezember

Hans-Christian Ströbele zeigt auch beim Rückzug echte Größe. Anders als seine weinerlichen altgedienten Kollegen in der grünen Partei, die sich einen erneuten Sitz im Bundestag sowieso nur über sichere Listenplätze erschlichen hätten, war Ströbele durch sein Direktmandat selbstbestimmt. Das konnte er nun auch beim Rückzug sein. Dieser Politiker bleibt sicher umstritten, allerdings kann man ihm nicht absprechen ein „Überzeugungstäter“ gewesen zu sein. Er war, ist und wird immer durch und durch links-ökologisch bleiben.

Markus Meister, per E-Mail