Falschmeldungen

SPD nimmt Facebook im Kampf gegen Fake-News in die Pflicht

Es sei ein Leichtes für soziale Netzwerke, die Ausbreitung von Propaganda zu unterbinden. Das sagt der Netzpolitiker Klingbeil (SPD).

Der netzpolitische Sprecher der SPD, Lars Klingbeil (Archivbild)

Der netzpolitische Sprecher der SPD, Lars Klingbeil (Archivbild)

Foto: imago stock&people / imago/Rüdiger Wölk

Berlin.  Der netzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Lars Klingbeil, fordert von Facebook verstärkte Anstrengungen zur Bekämpfung von Falschnachrichten. „Facebook ist ein Milliarden-Unternehmen mit Millionen Nutzern in Deutschland und wird seiner Verantwortung absolut nicht gerecht“, sagte Klingbeil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Es sei technisch leicht, gegen offensichtliche Falschmeldungen vorzugehen. Bei Spam-Nachrichten gelinge das schließlich auch.

„Wenn offensichtliche Lügenkampagnen und Fake-News eine große Reichweite erzielen, könnte ohne Probleme allen Nutzern, die das gesehen haben, auch die Richtigstellung angezeigt werden“, sagte Klingbeil. Dafür sei auch mehr Personal nötig. „Ich wundere mich, warum Facebook nicht längst in die Expertise von Journalisten und Wissenschaftlern investiert, um offensichtliche Fakes aufzudecken und einzuordnen“, sagte der SPD-Politiker.

Hat Trump durch die Streuung von Falschmeldungen gewonnen?

Seit es Hinweise darauf gibt, dass russische Hacker den US-Wahlkampf beeinflusst haben und somit Donald Trump zum Sieg verhalfen, befürchten auch die Parteien in Berlin das Schlimmste für die Wahl 2017.

In der Union wird nicht ausgeschlossen, dass damit eine Abwahl von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bewirkt werden soll. Als einen möglichen Urheber nannte Unions-Fraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer (CDU) am Dienstag den russischen Präsidenten Wladimir Putin, dem es nicht gefalle, wie kritisch Merkel gegenüber Moskau sei.

Trolle werden für ihre Hetze bezahlt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, neben der Sorge um den Wahlkampf stehe auch die grundsätzliche Frage im Raum: „Wir Politiker müssen uns immer aufs Neue fragen, wie wir die Menschen erreichen.“ Die Trolle im Internet seien eine Gefahr für den demokratischen Meinungsbildungsprozess, sagte Merkel.

Trolle provozieren gezielt oder wahllos online mit rassistischen, sexistischen, homophoben oder antisemitischen Äußerungen. Inzwischen gibt es mehr und mehr bezahlte Gruppen, die gezielt in Foren und sozialen Netzwerken die Kommunikation der Nutzer stören und Propaganda verbreiten. (dpa/aba)