PISA-Ergebnisse

Auch die starken Schüler müssen besser gefördert werden

Die Anzahl der leistungsstarken Schüler in Deutschland ist immer noch zu gering. Das muss sich ändern. Ein Kommentar.

Besonders in Mathe schneiden deutsche Schüler schlecht ab

Besonders in Mathe schneiden deutsche Schüler schlecht ab

Foto: dpa / dpa/DPA

Die Pisa-Ergebnisse sind für Deutschland längst kein Schock mehr. Die 15-Jährigen unseres Landes liegen mit ihren Leistungen in den Naturwissenschaften, im Lesen und in Mathematik deutlich über dem OECD-Durchschnitt. Das ist die gute Nachricht. Doch darauf dürfen wir uns nicht ausruhen. Denn es gibt auch eine schlechte Nachricht.

Deutschland konnte keine weiteren Fortschritte bei der Chancengerechtigkeit und bei den Risikoschülern, also den besonders Leistungsschwachen, erreichen. Hinzu kommt, was bislang viel zu wenig beachtet wurde: Es gibt einen großen Abstand deutscher Schüler zu denen in den Spitzenstaaten (Singapur, Japan, Estland, Finnland und Kanada). Das bedeutet: Die Zahl der Kinder, die die Anforderungen der Kompetenzstufen fünf und sechs erfüllen und damit zur Kategorie der besonders leistungsstarken Schüler gehören, ist noch immer viel zu gering.

Pisa-Test: Deutsche Schüler wieder schlechter in Mathe

Um das zu ändern, müssen endlich nicht nur leistungsschwache, sondern auch leistungsstarke Schüler besser unterstützt werden. Wie die schwachen Schüler brauchen auch sie mehr Förderunterricht. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) hat kürzlich mehr Geld für die Bestenförderung versprochen, und auch Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat angekündigt, mehr für die leistungsstarken Schüler zu tun. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Es braucht allerdings auch geeignete Konzepte, damit das Geld gut angelegt ist. Pisa zeigt, dass es sich lohnt, diesbezüglich nach Singapur, Japan oder Kanada zu schauen. Schnell wird dann deutlich, wie wichtig es ist, die Ganztagsschule auszubauen und mit ausreichend gut qualifiziertem Personal auszustatten, wozu auch Schulpsychologen und Sozialarbeiter gehören. In Ganztagsschulen liegt die Chance, schwache und starke Schüler von Anfang an besser zu fördern, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft. Seite 3