Trauerfeier

Tausende Kubaner gaben Fidel Castro das letzte Geleit

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Staatsbegräbnis in Santiago de Cuba am 4. Dezember 2016.

Staatsbegräbnis in Santiago de Cuba am 4. Dezember 2016.

Foto: Joe Raedle / Getty Images

In Kuba ist der verstorbene Revolutionsführer Fidel Castro beigesetzt worden. Damit geht auch eine neuntägige Staatstrauer zu Ende.

São Paulo.  In Kuba ist am Sonntag der langjährige Staatschef Fidel Castro beigesetzt worden. Tausende Menschen begleiteten die Urne des verstorbenen Revolutionsführers zum Friedhof der Stadt Santiago de Cuba. Castro, der von 1959 bis 2008 an der Spitze des Inselstaates stand, war am 25. November im Alter von 90 Jahren in Havanna gestorben. Mit der Beisetzungszeremonie auf dem Friedhof Santa Ifigenia, dem ältesten der Insel, endete eine neuntägige Staatstrauer.

Zuvor war die Urne in einem viertägigen Trauerzug durch 13 Provinzen von Havanna in das 900 Kilometer entfernte Santiago de Cuba im Südosten der Insel gebracht worden. Die Stadt gilt als Wiege der Revolution. Vom Südosten der Insel kämpften sich Castros Rebellen nach der Landung mit der Yacht „Granma“ 1956 bis nach Havanna vor.

Castro-Urne in Santiago de Cuba eingetroffen.
Castro-Urne in Santiago de Cuba eingetroffen.

An der Beisetzung auf dem Friedhof nahmen nur Familienangehörige und geladene Gäste teil. Dazu zählten die Präsidenten aus Venezuela und Bolivien, Nicolás Maduro und Evo Morales, die Ex-Staatschefs aus Brasilien, Luiz Inácio Lula da Silva und Dilma Rousseff, und die Fußballlegende Diego Maradona. Vor dem Friedhof versammelten sich Tausende.

Vaterland und Sozialismus verteidigen

Bereits am Samstagabend waren Zehntausende Menschen zusammengekommen, um die Ankunft der in die kubanische Staatsflagge gehüllten Urne in Santiago de Cuba mitzuerleben. Die Menschen schwenkten Fahnen und hielten Fotos des „Comandante Máximo“ hoch. Staatschef Raúl Castro versprach, Kuba werde das Erbe seines Bruders bewahren. „Wir schwören, das Vaterland und den Sozialismus zu verteidigen“, sagte Raúl Castro unter langem Applaus.

Er würdigte die Verdienste von Fidel Castro beim Kampf gegen Analphabetismus und für den Ausbau des Gesundheitswesens. Einen Personenkult habe Fidel Castro abgelehnt, sagte sein Bruder. So sollten nach dem Wunsch des Verstorbenen weder Denkmäler für ihn errichtet noch Straßen oder Institutionen nach ihm benannt werden. Dieser letzte Wunsch werde erfüllt, sagte Raúl Castro. Das kubanische Parlament werde ein entsprechendes Gesetz verabschieden.

Seit 2008 ist Fidels Bruder Raúl offiziell Staatschef

Fidel Castro führte Kuba seit dem Sieg der Revolution 1959. 2006 gab er die Amtsgeschäfte nach einer Erkrankung an seinen fünf Jahre jüngeren Bruder Raúl ab, 2008 trat er offiziell zurück. In den vergangenen Jahren trat Fidel Castro nur noch selten öffentlich auf, traf aber regelmäßig internationale Besucher in seinem Privathaus.

Sein Tod hatte bei vielen Menschen in Kuba Bestürzung ausgelöst. Von Politikern aus aller Welt wurde Castro als Persönlichkeit der Zeitgeschichte geehrt. In Miami feierten hingegen seine Gegner. Für sie war Castro ein Gewaltherrscher, der Andersdenkende brutal unterdrückte sowie keine Meinungs- und Versammlungsfreiheit auf der sozialistischen Insel erlaubte. (epd)

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