SPD-Vorsitzender

Sigmar Gabriel räumt ein: Haben Leute an die AfD verloren

SPD-Chef Gabriel zeigt sich selbstkritisch. In der Flüchtlingspolitik habe die Regierung Fehler gemacht, sagt er in einer TV-Reportage.

SPD-Chef Sigmar Gabriel zeigt sich in der TV-Reportage sehr nachdenklich.

SPD-Chef Sigmar Gabriel zeigt sich in der TV-Reportage sehr nachdenklich.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Hamburg.  Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat Fehler seiner Partei in der Flüchtlingspolitik eingestanden: „Wir haben Leute verloren, die haben nur noch in der AfD ihre Chance gesehen, ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. Da liegt unser Fehler“, sagt Gabriel in der ARD-Reportagereihe „#Beckmann“, die am nächsten Dienstag ausgestrahlt wird.

„Die Menschen spüren, dass wir nicht alle integrieren können, egal wie viele kommen“, sagte der SPD-Chef laut einer Mittelung von Beckmanns Presseagentur.

„Merkel und Seehofer haben beide Recht“

Die Sozialdemokraten hätten sich in ihrem Selbstverständnis als „Verteidiger des Asylrechts auf die Seite von Angela Merkel geschlagen“, so Gabriel im TV-Interview mit Reinhold Beckmann. „Doch Merkel und Seehofer haben beide Recht: Das Asylrecht kennt keine Obergrenze, das werden wir auch nicht ändern. Aber wir hätten über die Frage reden müssen, wie viele Menschen wir im Jahr nachhaltig integrieren können.“

In der Reportage „Sigmar Gabriel und die SPD: Niedergang oder Aufbruch?“, die am Dienstag um 22.45 Uhr ausgestrahlt wird, spricht der Vizekanzler und mögliche SPD-Kanzlerkandidat der Mittelung zufolge „offen über zeitweilige Rücktrittsgedanken und den Einfluss seiner Familie auf sein politisches Leben“. (W. B.)