Washington

In Wisconsin wird neu gezählt

Grüne Kandidatin legt Einspruch gegen Wahl-Ergebnis ein, das Clinton-Lager unterstützt sie

Washington. Die Grüne Partei der amerikanischen Präsidentschaftskandidatin Jill Stein hat zusammen mit einer weiteren Organisation die Neuauszählung der Wahl im Bundesstaat Wisconsin beantragt. Die Wahlkommission erklärte am Freitagabend (Ortszeit), ein entsprechender Antrag sei eingegangen. Die Nachzählung der Stimmen werde nun vorbereitet. Das Wahlkampf-Lager der unterlegenen US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton unterstützt die Neuauszählung der Stimmen. Das teilte Rechtsberater Marc Erik Elias am Samstag mit.

Die amerikanischen Grünen hatten seit Mittwoch mehr als fünf Millionen Dollar gesammelt, um die Abstimmung in den Bundesstaaten Wisconsin, Michigan und Pennsylvania überprüfen zu lassen. Experten hatten Medienberichten zufolge in den drei Staaten „statistische Anomalien“ festgestellt. Dabei geht es insbesondere um die Stimmen, die von Wahlcomputern ausgewertet wurden. Die Computer sind nach Angaben der Partei „höchst anfällig für Hacker und bösartige Umprogrammierungen“ gewesen. Trump hatte die drei Bundesstaaten mit knappem Vorsprung vor seiner demokratischen Rivalin Hillary Clinton gewonnen. Clinton hatte bei der Wahl zwar landesweit mehr Stimmen als Trump erhalten, die Mehrheit im entscheidenden Wahlleute-Gremium aber deutlich verfehlt. In Wisconsin lag Trump laut dem offiziellem Ergebnis mit 22.177 Stimmen (und 0,8 Prozentpunkten) vor Clinton – der Republikaner hatte damit die zehn Wahlmännerstimmen gewonnen.

Würde Clinton nach einer Nachzählung in den drei Staaten nachträglich zur Siegerin erklärt werden und deren Wahlleute-Stimmen erhalten, hätte sie die Mehrheit. Allerdings müsste dies bis zum 19. Dezember feststehen, wenn die Wahlleute ihre Stimmen abgeben und damit formell den Präsidenten wählen.