Studie

Jeder Vierte in Deutschland teilt rechte Einstellungen

Die neue „Mitte-Studie“ stellt eine Spaltung der Gesellschaft fest. Zahlreiche Menschen glauben an eine Unterwanderung durch den Islam.

Der Bielefelder Sozialpsychologe Andreas Zick warnt vor eine zunehmenden Polarisierung in der deutschen Gesellschaft.

Der Bielefelder Sozialpsychologe Andreas Zick warnt vor eine zunehmenden Polarisierung in der deutschen Gesellschaft.

Foto: imago stock&people / imago/Reiner Zensen

Berlin.  Mehr als ein Viertel der Deutschen teilt einer Studie zufolge sogenannte neurechte Einstellungen. Wie aus der am Montag in Berlin vorgestellten Studie „Gespaltene Mitte“ im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung hervorgeht, vertreten 28 Prozent der Bevölkerung ein Einstellungsmuster, das etwa eine vermeintliche Unterwanderung durch den Islam umfasst, ein „Meinungsdiktat“ behauptet und eine nationale Rückbesinnung gegen die EU fordert. Der Studie zufolge teilen 84 Prozent der AfD-Wähler solche Meinungen.

Positiver als unterstellt ist dagegen den Daten zufolge die Einstellung der Deutschen zur Flüchtlingsaufnahme. Mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) finden die Aufnahme „gut“, weitere 24 Prozent „teils-teils“ gut. Nur 20 Prozent finden es „eher nicht“ oder „überhaupt nicht“ gut, dass Deutschland viele Flüchtlinge aufgenommen hat.

Spaltung der Gesellschaft

Der Bielefelder Konfliktforscher und Studienleiter Andreas Zick sagte, das Wort Spaltung beschreibe den Zustand der Gesellschaft derzeit am treffendsten. Er warnte vor einer zunehmenden Polarisierung und auch Radikalisierung. In einem Tweet zeigt der beteiligte Forscher Andreas Hövermann einige statistische Ergebnisse der Studie:

Die sogenannten Mitte-Studien werden seit 2006 im Zwei-Jahres-Rhythmus im Auftrag der SPD-nahen Stiftung erstellt. Untersucht wird dabei, wie rechtsextreme oder gruppenfeindliche Ansichten in der Mitte der Bevölkerung vertreten sind. Für die aktuelle Untersuchung wurden zwischen Anfang Juni und August dieses Jahres 1.896 repräsentativ ausgewählte Personen ab 16 Jahren befragt. (epd)