Urwahl

Frankreichs Konservative suchen Präsidentschaftskandidaten

Am Sonntag küren Frankreichs Republikaner ihren Kandidaten für die Präsidentenwahl 2017. Drei Männer machen die Wahl unter sich aus.

Er gilt als Favorit: Ex-Präsident Nicolas Sarkozy tritt bei der Vorwahl seiner Partei an.

Er gilt als Favorit: Ex-Präsident Nicolas Sarkozy tritt bei der Vorwahl seiner Partei an.

Foto: JEAN-PAUL PELISSIER / REUTERS

Paris.  Die Anhänger der französischen Konservativen stimmen an diesem Sonntag über ihren Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2017 ab. Sieben Politiker treten bei der Vorwahl an, als Favoriten gelten die früheren Regierungschefs Alain Juppé und François Fillon sowie Ex-Präsident Nicolas Sarkozy. Wenn wie erwartet kein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen erhält, entscheidet eine Stichwahl in der kommenden Woche.

Es ist das erste Mal, dass die bürgerliche Rechte ihren Kandidaten mit einer Abstimmung kürt, an der alle Sympathisanten teilnehmen können. Dem Sieger werden gute Chancen für die Präsidentschaftswahl im Frühjahr ausgerechnet.

Umfragen sagen derzeit ein Duell zwischen dem konservativen Bewerber und der Rechtspopulistin Marine Le Pen von der Front National (FN) voraus. Ob der angeschlagene sozialistische Amtsinhaber François Hollande wieder antritt, ist noch offen.

François Fillon gelang Aufholjagd

In Umfragen zur Vorwahl der oppositionellen Konservativen lag der 71-jährige Alain Juppé über Monate vorn, gefolgt vom früheren Staatschef Sarkozy. Doch in den letzten Tagen gelang Sarkozys früherem Premierminister Fillon eine überraschende Aufholjagd. In einer am Freitag veröffentlichten Ipsos-Umfrage im Auftrag von „Le Monde“ lag er mit 30 Prozent sogar knapp vor den beiden anderen Schwergewichten mit jeweils 29 Prozent.

Weil unklar ist, wie viele und welche Wähler letztlich abstimmen, sind Prognosen aber mit großer Unsicherheit behaftet. An der Vorwahl können alle Franzosen teilnehmen, die im Wählerregister stehen, zwei Euro Kostenbeteiligung zahlen und sich schriftlich zu den Werten der bürgerlichen Rechten und des Zentrums bekennen.

Sozialisten küren Kandidaten im Januar

Bei der Abstimmung geht es nicht nur um den Kopf auf den Wahlplakaten: Die Kandidaten stehen für sehr unterschiedliche Linien. Während Ex-Präsident Sarkozy nach den Terroranschlägen als Hardliner in der Sicherheitspolitik auftritt und offensiv Themen der Front National besetzt, steht Ex-Premier Juppé für eine gemäßigtere Linie. Alle Kandidaten versprechen Strukturreformen, um die träge Wirtschaft anzukurbeln – doch die Härte der geplanten Einschnitte liegt weit auseinander.

Erste Teilergebnisse sollen voraussichtlich gegen 20.30 Uhr veröffentlicht werden. Spekuliert wurde im Vorfeld, ob auch Anhänger der Linken oder der Front National zur Wahl gehen könnten, um das Ergebnis in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Auch die regierenden Sozialisten wollen ihren Kandidaten für den Élyséepalast in einer Vorwahl küren, sie ist für Januar geplant. Amtsinhaber Hollande will über seine Kandidatur im Dezember entscheiden. Nach Konflikten über Wirtschaftsreformen und die Anti-Terror-Politik sowie umstrittenen Äußerungen in einem Enthüllungsbuch ist der Staatschef auch im eigenen Lager isoliert. (dpa)