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Italexit, Ixit, Rexit – Italien sorgt für Kürzel-Wirrwarr

Der „Brexit“ hat sich als Wortschöpfung etabliert. Doch wie wird es heißen, wenn die Italiener gehen? Oder die Österreicher, oder..?

Er weiß es doch auch nicht: Italiens Premier Matteo Renzi muss um seinen Job bangen.

Er weiß es doch auch nicht: Italiens Premier Matteo Renzi muss um seinen Job bangen.

Foto: Giuseppe Lami / dpa

Berlin.  In Rom steht Regierungschef Matteo Renzi auf der Kippe. Sagen die Italiener beim Referendum am 4. Dezember „Nein“ zu seinen Reformen, dürfte seine Zeit abgelaufen sein. Die EU-Skeptiker in Italien stehen schon in den Startlöchern. Folgen die Italiener den Briten raus aus der EU?

Mal rein sprachlich gesehen: Was würde dann auf den „Brexit“ folgen. Beim Fernsehsender n-tv hat man sich schon entschieden: „Europa droht der Italexit“, stand am Freitag dort zu lesen. Ob sich das durchsetzt? Klingt jedenfalls deutlich holpriger als als bei den Briten. Auch der „Ixit“ ist schon geboren. Andere orientieren sich da eher am drohenden Abgang für Premier Renzi und fragen bang: „Kommt bald der Rexit?“

Und was ist, wenn die Österreicher gehen?

Doch Italien ist nicht der einzige potenzielle Ausstiegskandidat. In Österreich steht bald die Wiederholung der Bundespräsidentenwahl an und der Kandidat der europa-unfreundlichen FPÖ, Norbert Hofer, rechnet sich gute Chancen aus. Zwar glaubt so recht keiner, dass die Österreicher aus der EU ausscheren würden, aber die Sprachregelung ist schon klar, nicht nur beim „Focus“: „Kandidaten streben keinen Öxit an.“

Auch die Niederländer standen schon mal im Ruf, Europa politisch verlassen zu wollen. Vor allem nach der Ablehnung des Abkommens der EU mit der Ukraine bei dem Referendum im Mai dieses Jahres. Der, na klar, „Nexit“ war zumindest sprachlich schon vorbereitet, nicht nur bei „Spiegel Online“.

Es gibt noch genug Kandidaten

Dass die Griechen wegen ihre enormen Verschuldung schon vor Jahren vor dem „Grexit“ standen, haben wir schon fast vergessen. Sie machten schließlich den Anfang der „-exit“-Kandidaten. Doch bei – nach dem Ausscheiden der Briten – noch 27 verbliebenen Mitgliedsstaaten der EU bleibt noch reichlich Luft für neue sprachliche Varianten. Die „Süddeutsche Zeitung“ hat schon mal überlegt und für den Fall des Austritts Frankreichs („Franxit“) oder der Tschechischen Republik („Czexit“) vorgebaut.

Doch eigentlich müsste in diesen unsicheren Zeiten für den Fall aler Fälle wenn schon keine politische, so doch ein sprachliche Lösung vorbereitet sein: „Luxit“, „Zyxit“ und so weiter. Am besten klingen dürfte wohl der EU-Abschied Finnland. Nicht dass wir uns oder den sympathischen Finnen dies gönnen würden, im Gegenteil. Aber „Fixit“ – das hätte doch was.