Kabul

Anschlag auf US-Stützpunkt

Terrorwelle der Taliban in Afghanistan geht weiter. Mindestens vier Tote

Kabul. Zwei Tage nach dem Angriff auf das deutsche Generalkonsulat in Masar-i-Scharif ist am Sonnabend auf dem afghanischen US-Luftwaffenstützpunkt Bagram ein Sprengstoffanschlag verübt worden. Mindestens vier Menschen seien getötet und weitere 14 verletzt worden, meldete die Nato. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich über den Kurznachrichtendienst Twitter zu der Explosion. Sabihullah Mudschahid, Sprecher der Islamisten, schrieb, es habe sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt.

Die Luftwaffenbasis Bagram ist der größte Stützpunkt der US-Streitkräfte in Afghanistan und zugleich das Hauptquartier des US-Militärs im Land. Die Basis liegt etwa 40 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kabul. Auf den Landebahnen können auch die größten Militärflugzeuge landen. Den Flugplatz betrieb bereits das sowjetische Militär. Die US-Truppen übernahmen ihn kurz nach Beginn der Nato-Intervention 2001. Seither sind verschiedene Einheiten der US Air Force, der US Army und der US Navy sowie Soldaten anderer Länder auf dem Gelände stationiert. Früher dienten hier etwa 40.000 Menschen. Gegenwärtig sind noch knapp 10.000 US-Soldaten im Land.

Nach Angaben der Nato, die in Afghanistan mit der Ausbildungsmission „Resolute Support“ im Einsatz ist, ereignete sich die Explosion am Morgen gegen 5.30 Uhr Ortszeit. Medizinische Teams und zusätzliche Sicherheitskräfte waren im Einsatz.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sprach den Angehörigen der Toten auf Twitter sein Beileid aus. „Die Nato steht an der Seite von Afghanistan im Kampf gegen Terror“, schrieb er. Auch das Kommandozentrum der US-Streitkräfte für die Region nahm online Anteil. Die Identität der Opfer sei noch unbekannt, hieß es von lokalen afghanischen Behörden.

Die US-Basis war mehrfach Ziel von Angriffen und Terroranschlägen. Während eines Besuchs des damaligen US-Vizepräsidenten Richard Cheney im Februar 2007 kamen bei einem Selbstmordanschlag 23 Menschen ums Leben. Cheney blieb unverletzt. Bei einem weiteren Angriff im Mai 2010 starben 16 Taliban-Rebellen und ein Amerikaner.

Erst am Donnerstagabend hatten Taliban das deutsche Generalkonsulat in Masar-i-Scharif im Norden Afghanistans angegriffen. Dabei starben mindestens vier Menschen, weitere 128 wurden verletzt. Deutsche blieben dabei unversehrt. Als Grund für ihren Angriff führten die Taliban später deutsche Unterstützung für einen US-Luftangriff in der Provinz Kundus an, bei dem Anfang November auch rund 30 Zivilisten getötet worden waren.