Baltikum

Gauck sichert Estland Unterstützung gegen Russland zu

Estlands Präsidentin Kersti Kaljulaid und Bundespräsident Joachim Gauck. Er versprach dem Land Unterstützung, auch gegen das Machtstreben von Wladimir Putin.

Estlands Präsidentin Kersti Kaljulaid und Bundespräsident Joachim Gauck. Er versprach dem Land Unterstützung, auch gegen das Machtstreben von Wladimir Putin.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Nach der Wahl von Donald Trump wächst im Baltikum die Angst vor Wladimir Putin. Bundespräsident Gauck sicherte Estland nun Hilfe zu.

Berlin.  Bundespräsident Joachim Gauck hat Estland Unterstützung bei der Wahrung seiner Sicherheit zugesagt. „Gegen Kriege und Konflikte, auch gegen das russische Machtstreben, sollten wir uns gemeinsam im Verbund mit allen unseren Partnern wenden“, sagte Gauck am Freitag beim Antrittsbesuch der neuen estnischen Präsidentin Kersti Kaljulaid in Berlin.

„Wenn es gilt, die Sicherheit des Baltikums zu gewährleisten, steht Deutschland an Estlands Seite“, betonte Gauck laut Redemanuskript. Der neue Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf die Beistandsgarantie der Nato im Baltikum infrage gestellt. Der als US-Außenminister gehandelte Newt Gingrich bewies nicht gerade geografische Fachkenntnisse: Estland bezeichnete er als einen „Vorort von St. Petersburg“.

Auch in der Ukraine wächst die Angst

Auch in der Ukraine wuchs die Angst, dass ein gutes Verhältnis zwischen Putin und Trump das Land destabilisieren könnte. Präsident Petro Poroschenko bat US-Botschafterin Mary Jovanovic zum Gespräch. Er beglückwünschte Trump und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass die USA an ihrer Unterstützung für die Ukraine festhalten mögen. „Wir brauchen diese Unterstützung im Kampf gegen die russische Aggression und für die Wiederherstellung unserer territorialen Integrität“, so der ukrainische Präsident.

Die Nato reagierte schon vor längerem auf die russische Annexion der Krim. Das Verteidigungsbündnis hatte im Juli beim Gipfel in Warschau beschlossen, jeweils etwa 1000 Soldaten aus verschiedenen Mitgliedsländern nach Polen, Lettland, Estland und Litauen zu entsenden. Dies ist gedacht als Unterstützung für die östlichen Nato-Länder und als Abschreckung gegen Russland nach der Annexion der Krim 2014. (dpa/les)