Pressefreiheit

Türkei nimmt auch den „Cumhuriyet“-Herausgeber fest

Türkische Behörden haben den Herausgeber der Zeitung Cumhurriyet, Akin Atalay, festgenommen. Er kam gerade aus Deutschland.

Der Herausgeber der türkischen Oppositionszeitung "Cumhuriyet“, Akin Atalay, ist verhaftet worden.

Der Herausgeber der türkischen Oppositionszeitung "Cumhuriyet“, Akin Atalay, ist verhaftet worden.

Foto: Cumhuriyet

Istanbul.  Die türkischen Behörden gehen weiter massiv gegen oppositionelle Medien vor. Der Herausgeber der Zeitung „Cumhuriyet“, Akin Atalay, ist am Freitag am Istanbuler Atatürk-Flughafen festgenommen worden. Das berichtet die Zeitung auf ihrer Internetseite. Nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA war er gerade mit dem Flugzeug aus Berlin zurückgekommen.

Der Cumhuriyet-Chefredakteur Murat Sabuncu wurde bereits am 31. Oktober festgenommen – wie auch acht weitere Mitarbeiter. Nach Angaben von Anadolu sollte auch Atalay festgenommen werden, der sich jedoch zu dem Zeitpunkt in Köln aufhielt.

Der vorige Chefredakteur Can Dündar wurde im Mai zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Er hatte einen Artikel über Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes an die Dschihadistenmiliz IS in Syrien zu veröffentlicht.

Atalay rief zu Solidarität auf

Dündar präsentiert am Freitag eine Spezialausgabe der ZDF-Kultursendung „Aspekte“. Die Sendung soll sich mit der gefährlichen Lage von Journalisten, Kulturschaffenden und Künstlern in der Türkei befassen, wie das ZDF mitteilte.

Die Staatsanwaltschaft wift der Zeitung vor, die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen unterstützt zu haben. Atalay hatte der „taz“ dazu gesagt: „Die Anschuldigungen sind so absurd, dass wir nur sprachlos sind. Jeder weiß, dass es sich um Lügen handelt. Das einzige Ziel der Regierung ist, Cumhuriyet komplett zu schließen. Es geht darum, alle kritischen Stimmen in der Gesellschaft zum Schweigen zu bringen. Wir rufen die ganze Welt zur Solidarität mit Cumhuriyet und zum Widerstand gegen diese Ungerechtigkeit auf.“ (dpa/law)

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