Washington

Die Mehrheit stimmte für Hillary Clinton

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Das Wahlsystem machte jedoch Trump zum Sieger

Washington. Hillary Clinton hat bei der US-Präsidentschaftswahl mehr Stimmen bekommen als Donald Trump. Die Kandidatin der Demokraten erhielt rund 230.000 Stimmen mehr als der Republikaner. So wählten rund 25,6 Prozent der 231,56 Millionen Stimmberechtigten die 69-Jährige. Nur 25,5 Prozent machten ihr Kreuz bei Trump. Und rund 46,9 Prozent gingen erst gar nicht zu den Urnen. Damit erhielt der künftige US-Präsident nur von etwas mehr als jedem vierten Wahlberechtigten die Unterstützung. Dieses Ergebnis zeigt, dass Trump sogar weniger Amerikaner mobilisierte als die bei den Wahlen 2008 und 2012 gegen Barack Obama unterlegenen Kandidaten John McCain und Mitt Romney.

In absoluten Zahlen war die Wahl somit ein Kopf-an-Kopf-Rennen und Clinton wäre zur nächsten US-Präsidentin gewählt worden. Doch das Mehrheitswahlrecht verhindert dies. Die Wahlleute entscheiden – und hier steht es 279 zu 228 für Trump. Der US-Präsident wird nämlich nicht unmittelbar vom Volk gewählt, sondern über den Umweg des Wahlleutegremiums. Dieses setzt sich aus 538 Wahlleuten zusammen. Jeder Bundesstaat stellt dabei so viele Wahlleute, wie er Abgeordnete im Kongress hat. Bis auf zwei Ausnahmen (Maine und Nebraska) werden in allen Bundesstaaten die Stimmen der Wahlleute nach dem Mehrheitsprinzip vergeben. Das heißt, derjenige Kandidat, der die meisten Wählerstimmen in einem Bundesstaat auf sich vereint, bekommt nach dem „Winner takes all“-Modell alle Stimmen der Wahlleute zugesprochen.

Schon in der Vergangenheit triumphierten Kandidaten, die weniger Stimmen bekamen als die Kontrahenten. So erhielt der demokratische Kandidat Al Gore im Jahr 2000 eine halbe Million Stimmen mehr als sein republikanischer Gegner George W. Bush. Dennoch wurde Bush Präsident. Im Jahr 1888 siegte der Republikaner Benjamin Harrist gegen den Demokraten Grover Cleveland, obwohl dieser mehr Wählerstimmen hatte. Und auch der Republikaner Rutherford B. Hayes entschied 1876 die Wahl für sich – weil er die Mehrheit der Wahlleute bekam.

( eva )