Grundsatzrede

Jean-Claude Juncker plädiert für eine europäische Armee

In seiner Grundsatzrede sagte Jean-Claude Juncker, dass die EU alleine für ihre Sicherheit sorgen müsse – auch mit einer eigenen Armee.

Für Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission, ist die Globalisierung nur in Gemeinschaft zu regeln – nicht durch einzelne Nationalstaaten.

Für Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission, ist die Globalisierung nur in Gemeinschaft zu regeln – nicht durch einzelne Nationalstaaten.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Berlin.  EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker fordert mehr europäische Verantwortung in der Verteidigungspolitik – „bis hin zum Ziel der Einrichtung einer europäischen Armee“. Unabhängig vom Wahlausgang in den USA müsse man sich von der Vorstellung verabschieden, die Amerikaner seien für die Sicherheit Europas zuständig. „Das müssen wir schon selbst tun“, sagte Juncker am Mittwochabend in Berlin.

Nach der Wahl des Republikaners Donald Trump zum US-Präsidenten sagte Juncker in seiner europapolitischen Grundsatzrede: „Wir sollten uns sehr bemühen, das transatlantische Verhältnis in Ordnung zu halten.“ Die Welt brauche den „engen Schulterschluss“ zwischen den USA und Europa.

Keine „Vereinigten Staaten von Europa“

Die Globalisierung sei nicht von den Nationalstaaten zu regeln, betonte Juncker weiter. Deshalb sei er „bei aller Vorsicht“ dafür, weitere Handelsabkommen abzuschließen. Europa sei eine „Mischung aus Vernunft und Gefühl.“ Aber Vereinigte Staaten von Europa wollten die Menschen nicht. Man müsse zur Kenntnis nehmen, dass viele Bürger meinten, die europäische Integration laufe an ihnen vorbei. „Das müssen wir ändern.“

Die „Europa-Rede“ eines der drei höchsten Repräsentanten der EU in Berlin erinnert seit 2010 regelmäßig am 9. November an den Mauerfall 1989, der ein ungeteiltes Europas möglich gemacht hat. (dpa)