US-Wahlkampf

Melania Trump will als First Lady gegen Mobbing kämpfen

Melania Trump hält die erste Wahlkampfrede für ihren Mann Donald seit Monaten. Ihr Thema: Online-Mobbing. Der Spott folgt umgehend.

Zum ersten Mal seit Juli hielt Melania Trump am Donnerstag eine Wahlkampfrede für ihren Mann Donald.

Zum ersten Mal seit Juli hielt Melania Trump am Donnerstag eine Wahlkampfrede für ihren Mann Donald.

Foto: MARK MAKELA / REUTERS

Berwyn.  Wenige Tage vor der Präsidentenwahl in den USA hat Melania Trump für ihren Mann Donald den ersten Wahlkampfauftritt seit Juli absolviert. Sie bemühte sich, ein weicheres Bild des oft polternden und ausfälligen Präsidentschaftskandidaten zu zeichnen. Im Örtchen Berwyn unweit der Stadt Philadelphia beklagte sie einen Sittenverfall und kündigte an, sich als First Lady gegen Online-Mobbing einzusetzen.

Die Frau des Kandidaten, der unter anderem ganze Bevölkerungsgruppen reihenweise beleidigt hat, sagte: „Unsere Kultur ist zu rauh und zu gemein geworden, vor allem zu Kindern und Jugendlichen.“ Man müsse der Jugend wieder amerikanische Werte lehren. Sie warnte vor den Gefahren von Online-Mobbing, seien soziale Medien doch ein zentraler Bestandteil des Lebens. Dabei ist gerade Donald Trump für seine wüsten Ausfälle auf Twitter bekannt.

Unverständnis und Spott bei Twitter

Bei Twitter sorgten Trumps Äußerungen denn auch für Unverständnis und Spott. „Hi Melania, wenn Sie wissen möchten, wie Online-Mobbing aussieht, sollten Sie Ihrem Mann Donald bei Twitter folgen“, schrieb ein Nutzer.

Ein anderer Nutzer schrieb: „Melania Trump hat echt Nerven, über Respekt in den sozialen Medien zu sprechen, während ihr Mann diese benutzt wie ein Sturmgewehr.“

New York Times hatte Ausfälle komplett aufgelistet

Eine Nutzerin twitterte ein Bild von einer Doppelseite der New York Times, auf der die Zeitung alle „Menschen, Orte und Dinge“ aufgelistet hatte, die Donald Trump während seines Wahlkampfes beleidigt hat. Dazu schrieb sie: „Liebe Melania Trump, ich belasse es hierbei oder wir sitzen hier noch die ganze Nacht.“

Trump muss bei Frauen Boden gut machen

Trump trat im Örtchen Berwyn unweit der Stadt Philadelphia in Pennsylvania auf, einem besonders wichtigen und hart umkämpften Bundesstaat. Donald Trumps Team versucht, in den letzten Tagen vor der Wahl vor allem bei Frauen noch Boden gut zu machen. Hillary Clinton liegt vor allem bei den Frauen mit höheren Bildungsabschlüssen deutlich vorne. Sie sind eine ihrer wichtigsten Wählergruppen.

Trump sagte zu ihrer Rolle als möglicher First Lady, sie werde sich jeden Tag dafür einsetzen, das Leben von Frauen in den USA zu verbessern. „Es wäre mir eine Ehre, diesem Land zu dienen. Ich werde eine Anwältin der Frauen und Kinder sein.“

Heftige Kritik nach Melania Trumps Rede im Juli

Die letzte Rede, die Melania Trump zuvor gehalten hatte, war nicht gut ausgegangen. Sie hatte Teile ihrer Ansprache auf dem Parteitag der Republikaner im Juli bei First Lady Michelle Obama abgekupfert. Trump war dafür schwer kritisiert worden. (küp/dpa)

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.