Berlin

SPD will Kliniken Organspende besser bezahlen

Fraktionsvize Lauterbach unterstützt Forderung der Ärzte

Berlin.  Der Vizevorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Karl Lauterbach hat gefordert, den Krankenhäusern mehr Geld für Organspenden zur Verfügung zu stellen. „Aufwand und Kosten der Organspende werden unterschätzt“, sagte Lauterbach dieser Redaktion. Man dürfe nicht am falschen Ende sparen.„Gelungene Transplantationen sparen sehr viel Geld und ersparen langes Leid“, begründete Lauterbach seinen Vorstoß.

Ärzte und die Politik suchen derzeit nach Wegen, mehr Menschen zu einer Organspende zu bewegen. Die Zahl der Spenden ist stark zurückgegangen, seit vor vier Jahren Manipulationen bei der Vergabe gespendeter Organe bekannt geworden waren. Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery meint, noch wichtiger als der Vertrauensverlust der potenziellen Spender sei das fehlende Geld in den Krankenhäusern. So seien die Transplantationsbeauftragten an den Kliniken nicht ausreichend finanziert. Die Krankenkassen seien in dieser Hinsicht ein „Bremsklotz“.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) wies diesen Vorwurf zurück. „Solange Herr Montgomery die dramatischen Verfehlungen in den Kliniken kleinzureden versucht und die Krankenkassen als Sündenböcke vorschiebt, wird er kein Vertrauen in die Transplantationsmedizin zurückgewinnen können“, sagte Verbandsvorstand Johann-Magnus von Stackelberg. Die Krankenkassen würden nur für Transplantationsbeauftragte in den Kliniken pro Jahr 18 Millionen Euro ausgeben.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagte gestern, er wolle bei den Bürgern intensiv für Organspenden werben. Mehr als 10.000 schwerkranke Menschen warteten in Deutschland verzweifelt auf ein Spendeorgan.