Politik

„Museen waren vor Jahren noch jeden Sonntag frei“

Zum Artikel: „Freier Eintritt im Humboldt Forum“ vom 3. November

Ein Verzicht auf Eintritt für das Humboldt Forum wäre keineswegs verheerend. Wenn man in London das Britische Museum besichtigen will, zahlt man auch keinen Eintritt. Den Unterhalt des Museums tragen nicht die Besucher, sondern der britische Staat. So sollte es auch in Berlin sein. Ohnehin waren die Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bis vor Jahren jeden, später nur noch einen Sonntag im Monat frei zu besuchen. Dann haben die ewigen Erbsenzähler mit ihren Ärmelstulpen das beendet. Das kostet viel Geld? Das mag sein, aber kosten uns frühere Senatoren oder Staatssekretäre nach wenigen Jahren im Amt nicht auch viel zu viel Geld? Und der Personenschutz für einen Regierenden Bürgermeister aus dem Landesetat wird auch nicht diskutiert. Wir sollten im neuen Berliner Schloss auf Kassenschalter verzichten.

Ralf Drescher, per E-Mail

Super Idee für eine verschuldete Stadt. Kinder geht’s noch?

Ferdinand Maximilian Schluessler,

via Facebook

In Großbritannien ist das in fast allen Museen so.

Lorenz Borchardt, via Facebook

Beherrschung altbekannter Händlermentalität ist wichtig

Zum Leitartikel: „Gabriel, Persona non grata“ vom 2. November

Selbstbewusst schon, doch hochrossig reitend, mit der Mentalität eines porzellanzerschlagenden Elefanten kann man mit China nicht umgehen und schon gar nicht mit öffentlich herausposaunten Warnungen eines ausländischen Geheimdienstes. Zu wichtig ist unsere gemeinsame Zukunft, ob Produktpiraterie oder staatlicher Aufkauf unseres Tafelgoldes. Die Realität erfordert die Beherrschung altbekannter Händlermentalität, die einem am Ende freundlich lächelnd den Tee aus chinesischen Tässchen schmecken und über weitere Geschäfte reden lässt. Die Chinesen haben sich über Seide, Porzellan und vieles mehr über tiefe Schluchten ihrer Selbstisolation hinweg, als sehr schnell gelehrig erwiesen und entwickelten sich selbst unter der Überschrift Kommunismus zu einer Großmacht der Politik und Ökonomie. Nicht nur Sinologie und Kulinarisches, sondern die chinesische Kultur sollte bei uns eine breitere Wahrnehmung erfahren.

Horst Kunzelmann, per E-Mail

Vereinbarung ist nichtdauerhaft tragfähig

Zum Artikel: „Aufatmen bei Beschäftigten von Kaiser’s“ vom 1. November

Dass diese Einigung mehr als fragwürdig ist und zwar nicht nur aus Sicht der Gewerkschaft, ist offensichtlich. Es ist ja auch ein erstrebenswertes Ziel, Arbeitsplätze zu sichern, doch wenn dabei die Wirtschaftlichkeit vernachlässigt wird, kann die jetzt getroffene Vereinbarung nicht dauerhaft tragfähig sein. Hier scheint es eher wieder ein erfolgreiches Agieren der Gewerkschaften zu sein, aus einem gewinnorientierten Unternehmen eine Beschäftigungsgesellschaft zu konstruieren.

Wolfgang Heller, per E-Mail

Einzigartigkeit geht bei der Schließung verloren

Zum Artikel: „Eine neue Kirche für 43 Millionen Euro“ vom 2. November

Im Prinzip keine schlechte Idee, wenn es dann notwendig wäre. Doch dafür kurz mal 43 Millionen Euro aufzuwenden halte ich persönlich für Luxus und erinnert an bekannten limburgischen Stil, wo Geld keine allzu große Rolle spielte. Jahrzehntelang lebte man mit der Öffnung, hier Verbindung mit der Krypta in der Mitte. Bei einer profanen Schließung dieser Öffnung würde diese vorgenannte Einzigartigkeit schlicht verloren gehen.

Thomas Hansen, Reinickendorf