Berlin

Kretschmann für weitere Amtszeit von Merkel

Walter Bau

Niemand mache den Job besser. Grüne wenig begeistert

Berlin. Kurz vor dem Grünen-Parteitag hat sich der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) für eine weitere Amtszeit von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ausgesprochen – und damit Empörung in der eigenen Partei ausgelöst. „Wir wollen Merkels große Koalition ablösen und werden dabei ganz bestimmt keine Vorfestlegungen auf etwaige Kanzlerkandidatinnen und -kandidaten vornehmen“, sagte Grünen-Chefin Simone Peter der „taz“. Ihr Co-Vorsitzender Cem Özdemir warnte eindringlich vor Koalitionsdebatten zum jetzigen Zeitpunkt.

Kretschmann, der bereits mehrere Male seine Sympathie für die Kanzlerin zu erkennen gegeben hatte, hatte am Mittwochabend in der ARD-Sendung „Maischberger“ für eine erneute Kanzlerkandidatur der CDU-Vorsitzenden Merkel plädiert. „Das fände ich sehr gut“, sagt er. Aus seiner Sicht sei die Kanzlerin „sehr wichtig in der europäischen Krise“. Der Kurs, den sie fahre, sei richtig. „Ich wüsste auch niemand, der diesen Job besser machen könnte als sie“, fügte er hinzu.

Auch der Bundessprecher der Grünen-Nachwuchsorganisation Grüne Jugend, Moritz Heuberger, hat Kretschmann scharf kritisiert. „Winfried Kretschmann stellt sich mit seinen Äußerungen hinter die gescheiterte Politik der Bundesregierung. Angela Merkels Regierung verantwortet den verheerenden EU-Türkei-Deal. Wer eine derart unmenschliche Asylpolitik betreibt, beim Klimaschutz versagt und mit einer neoliberalen Agenda in der Eurokrisenpolitik den Zusammenhalt Europas aufs Spiel setzt, kann nicht grüne Wunsch-Kanzlerin sein“, sagte Heuberger dieswer Zeitung.

( wb )