Misshandlung

Amnesty wirft Italiens Behörden Folter von Flüchtlingen vor

Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International haben Mitarbeiter italienischer Behörden Flüchtlinge misshandelt.

Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International haben Mitarbeiter italienischer Behörden Flüchtlinge misshandelt.

Foto: Yara Nardi / Italian Red Cross / / dpa

Amnesty erhebt schwere Vorwürfe gegen italienische Behörden. Unter anderem sollen Mitarbeiter Migranten Elektroschocks verpasst haben.

Rom.  Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat den italienischen Behörden Misshandlung von Migranten und andere Verfehlungen beim Umgang mit Flüchtlingen vorgeworfen. Mit diesen Mitteln wolle Italien die strengen EU-Richtlinien zur Registrierung von neu ankommenden Migranten umsetzen, schrieb die Organisation in einem am Donnerstagmorgen veröffentlichten Bericht. Zudem warf Amnesty den italienischen Behörden auch unerlaubte Abschiebungen von Migranten vor.

Mit dem Ziel, die andauernden Flüchtlings- und Migrationsströme in andere Mitgliedsstaaten einzudämmen, „haben die EU-Chefs die italienischen Behörden an die Grenzen des Legalen - und darüber hinaus - gebracht“, sagte der Italienexperte der Organisation, Matteo de Bellis, dem Bericht zufolge. Unter dem Druck der EU habe Italien Zwangspraktiken eingeführt, um Fingerabdrücke von neu ankommenden Männern, Frauen und sogar Kindern zu bekommen.

Flüchtlinge geschlagen und sexuell erniedrigt

Die Misshandlungen arteten in einigen Fällen sogar in Folter aus, hieß es. Schläge, Elektroschocks sowie sexuelle Erniedrigung gehörten dabei zu den dokumentierten Fällen, schrieb die Organisation. Unter anderem sollen Flüchtlinge in den Hotspots (Registrierzentren) auch willkürlich in Haftzellen gesperrt worden sein, wenn sie ihre Fingerabdrücke nicht abgeben wollten.

Eine 25-jährige Frau aus Äthiopien habe geschildert, wie sie mehrfach von einem Polizisten ins Gesicht geschlagen wurde, bis sie zustimmte, ihre Fingerabdrücke abzugeben. Der Bericht von Amnesty basiert auf der Befragung von 170 Migranten. (dpa)

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