Spannungen

Russland kündigt Aufrüstung an seiner Westgrenze an

Das Aufrüsten geht weiter. Als Reaktion auf den Nato-Kurs kündigt Russlands Verteidigungsminister an, Truppen westwärts zu verlegen.

Russische Militärfahrzeuge: Das Land will Truppen westwärts beordern.

Russische Militärfahrzeuge: Das Land will Truppen westwärts beordern.

Foto: © Maxim Shemetov / Reuters / REUTERS

Minsk/Moskau.  Russland droht mit Aufrüstung an seiner Westgrenze als Antwort auf die größere Nato-Präsenz in Osteuropa. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu sagte in Minsk vor hohen Militärs der verbündeten Staaten Russland und Weißrussland: „An den westlichen Grenzen unserer Staatenunion bauen die USA und andere Nato-Mitglieder aktiv ihr Angriffspotenzial auf.“

Amerika lasse nicht nach, anderen Ländern politisch, wirtschaftlich und militärisch seinen Willen aufzuzwingen, sagte er der Agentur Interfax zufolge am Mittwoch. „Diese Handlungen untergraben die strategische Stabilität in der Region und zwingen Russland, Gegenmaßnahmen zur Verteidigung zu ergreifen, auch an seiner Westflanke.“

Nato will 4000 Soldaten entsenden

Die Nato will ihrerseits als Antwort auf die wiedererstarkte russische Militärmacht 4000 Soldaten in die baltischen Staaten entsenden. In Litauen wird die Bundeswehr ab 2017 den Kern dieser Zusatztruppe stellen. Schoigu nannte in seiner Rede keine Zahlen. Nach früheren Angaben will Russland die Truppen entlang seiner Westgrenze um etwa 30 000 Mann aufstocken.

Zuletzt hatte es Befürchtungen gegeben, eine Entscheidung Norwegens könnte aufgrund der Spannungen zwischen dem Westen und Russland als Provokation aufgefasst werden. Norwegens Regierung hat den USA erlaubt, rund 330 Soldaten zu Übungszwecken in dem skandinavischen Land zu stationieren. An verschiedenen Orten in dem Land sollen die Marine-Soldaten von Januar 2017 an probeweise gemeinsam mit norwegischen Truppen üben. Begründung der norwegischen Regierung: Das werde „die Fähigkeiten der Verteidigung stärken, gemeinsam mit unseren nächsten Alliierten zu operieren“. (dpa)