Fluchtroute

Fast 4000 Flüchtlinge sind 2016 im Mittelmeer gestorben

Annähernd 4000 Menschen sind in diesem Jahr auf dem Weg nach Europa umgekommen. Das berichtet die europäische Migrationsbehörde IOM.

Zahlreiche Flüchtlinge sterben im Mittelmeer auf dem Weg nach Europa. Diese Flüchtlinge konnten vor der libyschen Küste gerettet werden.

Zahlreiche Flüchtlinge sterben im Mittelmeer auf dem Weg nach Europa. Diese Flüchtlinge konnten vor der libyschen Küste gerettet werden.

Foto: © Zohra Bensemra / Reuters / REUTERS

Genf.  Bei der Flucht über das Mittelmeer sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in diesem Jahr bereits fast 4000 Menschen umgekommen. Bis Ende Oktober seien 3940 Todesfälle erfasst worden, teilte die mit den UN verbundene Organisation am Dienstag in Genf mit.

Damit ist laut IOM die Zahl der Toten im Verhältnis zur Gesamtzahl der Mittelmeer-Flüchtlinge weit höher als im vergangenen Jahr.

2015 hätten mehr als 3700 Menschen den Versuch der Flucht über das Mittelmeer mit dem Leben bezahlt, während von Januar bis Ende Oktober etwa 730.000 Flüchtlinge auf dem Seeweg nach Europa kamen. In selben Zeitraum 2016 seien rund 334.000 Menschen geflohen.

Verlagerung der Fluchtroute

UN-Experten führen den Anstieg der Todesfälle trotz insgesamt deutlich gesunkener Flüchtlingszahlen zum Teil darauf zurück, dass Menschenschmuggler vor allem von der Küste Libyens aus immer öfter seeuntüchtige und zudem überladene Boote einsetzen. Seit dem Abkommen mit der Türkei im März dieses Jahres gelangen von dort deutlich weniger Flüchtlinge in die EU. (dpa)