„Cumhuriyet“

Türkische Journalisten inhaftiert – „Wir geben nicht auf“

Teslim Olmayiz – Wir geben nicht auf. Mit dieser Schlagzeile reagiert die türkische „Cumhuriyet“ am Dienstag auf die Festnahme mehrerer Mitarbeiter.

Teslim Olmayiz – Wir geben nicht auf. Mit dieser Schlagzeile reagiert die türkische „Cumhuriyet“ am Dienstag auf die Festnahme mehrerer Mitarbeiter.

Foto: Linda Say / dpa

Trotz der Inhaftierung ihres Chef geben sich Erdogan-kritische Journalisten trotzig – und machen ihr Motto zur Schlagzeile der Zeitung.

Istanbul.  Nach der Festnahme ihres Chefredakteurs und zahlreicher weiterer Mitarbeiter gibt sich die Redaktion der regierungskritischen türkischen Zeitung „Cumhuriyet“ kämpferisch. Das Blatt erschien am Tag nach den Festnahmen mit der Schlagzeile: „Wir geben nicht auf“.

Neben dem roten Schriftzug „Cumhuriyet“ stand in der Ausgabe vom Dienstag in Versalien und schwarz unterlegt: „Noch ein Schlag gegen die freie Presse“. Das türkische Wort für „Schlag“ (darbe) kann auch als „Putsch“ übersetzt werden.

Weiße Flächen statt Kolumnen

Statt der Kolumnen der festgenommenen Journalisten Hikmet Cetinkaya und Kadri Gürsel erschienen am Dienstag aus Protest nur weiße Flächen. Die Hälfte der Zeitung war den Festnahmen vom Vortag gewidmet.

Die Behörden hatten am Montag nach Angaben der Zeitung 13 Mitarbeiter des Blattes festgenommen, darunter Chefredakteur Murat Sabuncu.

„Die Festnahmen sind rechtswidrig“

Die Redaktion der „Cumhuriyet“ hat die Festnahme von zahlreichen Mitarbeitern zuvor als „inakzeptabel und rechtswidrig“ verurteilt. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft, das Blatt unterstütze sowohl den islamischen Prediger Fethullah Gülen als auch die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK, wies die Redaktion in einer gemeinsamen Stellungnahme entschieden zurück.

Redaktion fordert Einstellung aller Verfahren

„Die „Cumhuriyet“ ist eine Zeitung und Journalismus ist keine Straftat“, heißt es in der Erklärung. Auf die Ermittlungen gegen die Festgenommenen reagiere man „mit Erstaunen und Sorge“. Sie beruhten auf „unfassbaren und nicht zu akzeptierenden Behauptungen.“ Die Redaktion forderte, alle Verfahren müssten sofort eingestellt werden.

Die türkische Regierung beschuldigt Gülen, für den Putschversuch gegen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan Mitte Juli verantwortlich zu sein. In der Türkei sind die Gülen-Bewegung und die PKK als Terrororganisation eingestuft. (dpa)

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