Hannover

Robert Habeck dreht auf

| Lesedauer: 2 Minuten

Grünen-Mitglieder sollen entscheiden, wer sie in den Bundestagswahlkampf führt

Hannover. Robert Habeck will an diesem Abend punkten. Schleswig-Holsteins grüner Umweltminister steht mit den Parteipromis Cem Özdemir, Anton Hofreiter und Katrin Göring-Eckardt am Sonnabend in Hannover auf der Bühne – und kämpft. Die Moderatorin hat die potenziellen Spitzenkandidaten der Partei gebeten, sich an einem imaginären Wahlkampfstand in der Fußgängerzone vorzustellen. Habeck legt eine schauspielerische Leistung hin. „Tach, darf ich Ihnen einen Flyer geben? Was, nicht? Ach so, wir sind die Verbotspartei?“ Am Ende überzeugt Habeck seinen Gesprächspartner, doch wenigstens den Flyer mitzunehmen. Das Publikum – Mitglieder der Grünen aus Niedersachsen und Bremen – applaudiert begeistert.

Per Urwahl wollen die Grünen bestimmen, wer die Partei in die Wahl 2017 führen soll. Bis Weihnachten werden die vier Bewerber durch Deutschland touren und sich den Fragen der Parteibasis stellen. Mitte Januar soll das Votum der Mitglieder stehen. Gewählt werden zwei Spitzenkandidaten – ein Mann, eine Frau. Sollten die Grünen ihr Ziel erreichen, die große Koalition abzulösen, könnte es am Ende sogar um die Frage gehen, wer Vizekanzler wird – oder Vizekanzlerin.

Als einzige Frau in dem Quartett hat die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt ihren Platz sicher. Was ihr selbst nicht so recht ist, wie die 50-Jährige betont: „Ich will es gar nicht haben, dass ich gesetzt bin.“

Parteichef Cem Özdemir meint, dass „viele Menschen grün leben, denken und einkaufen, aber uns nicht wählen“. Die Partei müsse ihre Inhalte besser kommunizieren. „Wenn der Empfänger die Botschaft nicht versteht, kann es auch am Sender liegen“, sagt der Sozialpädagoge.

Anton Hofreiter gibt sich als ehrliche Haut. Der Fraktionschef und einzige Parteilinke unter den vier Bewerbern bleibt bei den grünen Kernthemen Energiewende, Klimawandel und Massentierhaltung. „Mit dem Meeresspiegel kann man nicht verhandeln.“ In seiner sperrigen Rhetorik schwingt immer Weltverbesserung mit. Etwa wenn er erklärt, die Grünen wollten nicht wegen der Dienstwagen an die Macht, sondern „um das Leben und die Gesellschaft besser zu machen“.

( dpa )

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