Kommentar

Wie sich Donald Trump in den TV-Debatten selbst entlarvte

| Lesedauer: 3 Minuten
Dirk Hautkapp
Große Gesten, leere Worte: Donald Trump hat in den Rededuellen mit Hillary Clinton nicht punkten können.

Große Gesten, leere Worte: Donald Trump hat in den Rededuellen mit Hillary Clinton nicht punkten können.

Foto: RICK WILKING / REUTERS

Die drei Fernsehduelle mit Hillary Clinton haben endgültig gezeigt: Donald Trump hat nicht das Zeug zum US-Präsidenten. Ein Kommentar.

Washington.  Es gab in diesem hartnäckig inhaltsleeren amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf mehr als einmal die Vermutung, dass Donald Trump nicht unterscheiden kann und will: Zwischen einem Fernsehstudio, in dem man anderer Leute Geschäftsideen beäugt und am Ende „Du bist gefeuert!“ brüllt. Und einer international beobachteten Bühne, auf der man sich um das höchste Amt im Staate bewirbt.

Die dritte und letzte Fernsehdebatte in Las Vegas zwischen Trump und seiner Kontrahentin Hillary Clinton hat endgültig den Beweis erbracht: Der von sich selbst restlos betrunkene Populist hat nicht verstanden, dass „Cliffhanger“ im Reality-TV vielleicht ihre Berechtigung haben. In einem Präsidentschaftswahlkampf sind Hängepartien tödliches Gift.

Trumps Anhänger stehen schon zum Protest bereit

Wenn es nur ein einziges Argument braucht, um Trump die Befähigung für das Weiße Haus abzusprechen, dann haben ihn Millionen von Amerikanern jetzt frei Haus geliefert bekommen. Trump stellt seine Anerkennung einer möglichen (und laut Umfragen kaum mehr abwendbaren) Niederlage am 8. November unter Vorbehalt. „Ich werde es mir dann anschauen. Ich halte euch weiter in Atem, okay?“

Nichts ist okay. Mit seinem aus der Hüfte geschossenen Satz macht sich Trump schon jetzt zum Hauptschuldigen, wenn sich das von ihm seit Wochen angefütterte Gerede von einer „manipulierten“, einer „gestohlenen“ Wahl in Gewalt entladen sollte. Tausende seiner Anhänger stehen, blind vor Wut auf „die Clintons“ und „die Medien“, mental bereits in den Startlöchern.

Trump spielt vier Klassen unter Hillary Clinton

Trump hat sich mit diesem in der Geschichte Amerikas beispiellosen Affront aus dem Kanon der Demokraten verabschiedet. Allein dafür verdient er von den Wählern den Laufpass.

Abgesehen davon hat das TV-Duell bestätigt, was seit Beginn der Partie Trump gegen Clinton in der öffentlichen Darstellung schief gelaufen ist. Trump spielte immer vier Klassen unter seiner Rivalin.

Hillary Clinton ist nicht die schwache, verletzliche Kandidatin, die nur deshalb gewinnt, weil Amerika vor der Alternative graust. Clinton, voll von Erfahrung, zu der auch große Fehler gehören, weiß, wovon sie spricht. Sie hat eine Idee, wie das Land für möglichst viele zum Guten entwickelt werden kann, wenn denn Regierung und Kongress Hand in Hand arbeiten.

Ein Altherrenwitz auf zwei Beinen

Trumps Parolen in Sachen Einwanderung, Globalisierung, Arbeitsplätze, Energie, Militär, Steuern, Waffengesetze, Abtreibung, Russland stellen dagegen nichts anderes dar als einen Sprengsatz, der Amerika in Stücke reißen würde. Dass Trump – siehe Sex-Video, siehe Frauenbild allgemein – noch dazu ein mieser Altherrenwitz auf zwei Beinen ist, macht seine Person noch unverdaulicher.

Donald Trump hat sich in drei Bewerbungsgesprächen mit dem amerikanischen Volk als miserabel vorbereitet, undiszipliniert und strategielos präsentiert. Hillary Clinton war ihm haushoch überlegen. Wenn nicht alles täuscht, wird die Mehrheit der Amerikaner daraus in knapp drei Wochen die einzig richtigen Schlüsse ziehen.

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos