TV-Debatte

Trump will Wahlergebnis möglicherweise nicht anerkennen

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Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump beim Rededuell mit seiner Kontrahentin Hillary Clinton. Trump hat erneut eine Anerkennung des Wahlergebnisses am 8. November infrage gestellt.

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump beim Rededuell mit seiner Kontrahentin Hillary Clinton. Trump hat erneut eine Anerkennung des Wahlergebnisses am 8. November infrage gestellt.

Foto: CARLOS BARRIA / REUTERS

Zum dritten und letzten Mal standen sich Trump und Clinton in einem TV-Duell gegenüber. Trump sprach von einer Verschwörung gegen sich.

Las Vegas.  Knapp drei Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl hat Donald Trump das letzte TV-Duell nicht für eine entscheidende Aufholjagd auf seine Konkurrentin Hillary Clinton nutzen können. Der Republikaner und die Demokratin lieferten sich in Las Vegas vor den Augen der Nation erneut ein hartes Wortgefecht.

Trump erneuerte dabei seinen Manipulationsverdacht bezüglich der Präsidentschaftswahl am 8. November und weigerte sich, sich schon jetzt darauf festzulegen, eine etwaige Niederlage auch anzuerkennen. „Ich werde mir das dann anschauen. Ich schaue es mir nicht jetzt an“, sagte er beim dritten TV-Duell mit Clinton am Mittwoch in Las Vegas. US-Kommentatoren bewerteten dies als einzigartig in bisherigen US-Wahlkämpfen.

Trump liegt in Umfragen weit zurück

Trump hatte in den vergangenen Tagen mehrmals mit Verschwörungstheorien aufgewartet und den Eindruck erweckt, die Wahl werde manipuliert. Beweise oder Indizien dafür hat er jedoch nicht geliefert. Sein Vizepräsidentschaftskandidat Mike Pence und seine Tochter Ivanka Trump hatten die Aussagen kurz vor der Fernsehdebatte relativiert und erklärt, die Manipulierungsvorwürfe bezögen sich auf die Medienberichterstattung.

Der 70-jährige Trump liegt in Umfragen weniger als drei Wochen vor dem Wahltermin weit hinter Clinton (68) zurück. Erste Kommentatoren gehen davon aus, dass ihm nur noch ein großer Fehler Clintons oder eine dramatische Wendung zum Wahlsieg verhelfen kann.

Kontrahenten reichen sich nicht die Hände

Clinton und Trump lieferten sich in Las Vegas ein engagiertes Duell, teilweise inhaltlicher geführt als die beiden Veranstaltungen in Hempstead (New York) und St. Louis (Missouri). Die Demokratin und der Republikaner gerieten bei Themen wie Abtreibung, Waffengesetze und der Besetzung höchster Richterämter aneinander.

New Yorker äußern sich zur TV-Debatte
New Yorker äußern sich zur TV-Debatte

Clinton erklärte in ihrem Schlussstatement, sie werde sich besonders für Bildung und sozialen Ausgleich einsetzen. Trump forderte mehr Gesetzestreue und Gerechtigkeit im Land. Oftmals tauschten beide in der vom konservativen Sender Fox News ausgerichteten Debatte jedoch meist bereits bekannte Argumente aus, neue Fakten kamen kaum auf den Tisch. Ein Zeichen, wie hitzig die Debatte geführt wurde: Beide Kontrahenten reichten sich weder zu Beginn noch am Ende die Hände.

Trump: „Niemand hat mehr Respekt vor Frauen als ich“

Trump beschuldigte seine diesmal in einem weißen Hosenanzug gekleidete Konkurrentin, Lügen über sexuelle Übergriffe zu verbreiten. In denn vergangenen Tagen waren mehrere Frauen an die Öffentlichkeit getreten und hatten den republikanischen Präsidentschaftskandidaten beschuldigt, sie unziemlich bedrängt zu haben. Trump bezeichnete das als Lügen. „Ich kenne diese Leute nicht“, sagte er am Mittwochabend.

„Niemand hat mehr Respekt vor Frauen als ich. Niemand“, behauptete Trump. Clintons Wahlkampfteam habe die Frauen dazu gebracht, diese Aussagen zu machen. Es habe auch Leute angeheuert, die auf seinen Veranstaltungen gewalttätig geworden seien. Clinton warf dem 70-Jährigen daraufhin vor, Frauen zu verachten. „Donald Trump denkt, dass es ihn groß macht, wenn er Frauen erniedrigt. Es macht ihn nur zu einem Rüpel.“ (dpa)


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