Migration

Sängerin Lily Allen muss im Flüchtlingslager Calais weinen

Mit dem TV-Sender BBC reist Pop-Sängerin Lily Allen in das Flüchtlingslager Calais. Was sie dort sieht, treibt ihr Tränen in die Augen.

Ihr Hit „Not Fair“ hat Lily Allen berühmt gemacht. Heute nutzt die Musikerin ihre Prominenz, um auf das Leid minderjähriger Flüchtlinge aufmerksam zu machen.

Ihr Hit „Not Fair“ hat Lily Allen berühmt gemacht. Heute nutzt die Musikerin ihre Prominenz, um auf das Leid minderjähriger Flüchtlinge aufmerksam zu machen.

Foto: © Cathal McNaughton / Reuters / REUTERS

Berlin.  Pop-Star Lily Allen („Not Fair“) hat das Flüchtlingscamp in der französischen Hafenstadt Calais besucht – und war über die dort herrschenden menschenunwürdigen Zustände zu Tränen gerührt. Gegenüber einem jungen afghanischen Flüchtling sagte die 31-jährige Britin: „Ich entschuldige mich im Namen meines Landes für alles, was du wegen uns erleiden musstest.“ Die Sängerin reiste mit einem Filmteam des Nachrichtensenders BBC nach Calais.

In dem Camp leben bis zu 10.000 Flüchtlinge aus Ländern wie Afghanistan, Syrien und Eritrea in selbstgebauten Hütten, Zelten und Bungalows. Sie wollen nach Großbritannien weiterreisen, werden daran aber regelmäßig von der französischen und britischen Polizei gehindert. Derzeit wird außerdem eine Mauer gebaut, die den Flüchtlingen die Fluchtroute über den Ärmelkanal versperren soll.

Recht auf Familienzusammenführung

In einem Video mit Sängerin Lilly Allen erzählt ein 13-jähriger afghanischer Kriegsflüchtling, dass sein Vater in der englischen Stadt Birmingham lebe. Dies würde ihm das Recht auf Familienzusammenführung geben. Weil aber der legale Weg über die Behörden zu lange dauere, versuche er jede Nacht, versteckt auf Lastern, nach Großbritannien zu gelangen. Nach Medienberichten leben in Calais 600 bis 900 unbegleitete Flüchtlinge.

Der französische Präsident François Hollande kündigte an, das Lager Calais bis Ende des Jahres räumen zu wollen. Am Samstagabend kam es bei einer Demonstration zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Flüchtlingen.