Anschlagsverdacht

Mutmaßlicher Terrorist war von Sicherheitsbehörden überprüft

Der Syrer, der verdächtigt wird, einen Terror-Anschlag geplant zu haben, ist von 2015 überprüft worden. Ohne auffälliges Ergebnis.

In diesem Chemnitzer Wohnblock soll Dschaber Al-Bakr einen Sprengstoffanschlag vorbereitet haben. Die Polizei fand 1,5 Kilo Sprengstoff.

In diesem Chemnitzer Wohnblock soll Dschaber Al-Bakr einen Sprengstoffanschlag vorbereitet haben. Die Polizei fand 1,5 Kilo Sprengstoff.

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Berlin.  Der Terrorverdächtige Dschaber Al-Bakr ist nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière im vergangenen Jahr von den deutschen Sicherheitsbehörden überprüft worden – ohne Ergebnis.

Es habe 2015 einen entsprechenden Abgleich gegeben, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. „Allerdings ohne Treffer. Es steht ja auch noch gar nicht fest, wann es dort zu einer Radikalisierung gekommen ist.“

Innenminister lobt Syrer, die Verdächtigen festsetzten

Mit Blick auf Forderungen nach mehr Kompetenzen für die Geheimdienste bei der Überprüfung von Flüchtlingen verwies de Maizière darauf, dass es bereits entsprechende Möglichkeiten gebe, an deren Umsetzung „mit Hochdruck gearbeitet“ werde. Zugleich sprach er den Syrern Lob und Anerkennung aus, die Al-Bakr festgesetzt hatten.

Der 22-Jährige soll einen Anschlag auf einen Berliner Flughafen geplant und in einer Wohnung in Chemnitz vorbereitet haben. Landsleute überwältigten ihn in einer Leipziger Wohnung, wo ihn die Polizei festnahm. Der Mieter der Chemnitzer Wohnung, der 33 Jahre alte Khalil A., wurde als mutmaßlicher Komplize von Al-Bakr verhaftet.

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Chemnitz überdenkt nach Terrorfall dezentrale Unterbringung

Unterdessen will die Stadt Chemnitz nach dem Anti-Terroreinsatz ihr Unterbringungskonzept für Flüchtlinge überdenken. Nachdem die Polizei in der Wohnung eines Flüchtlings 1,5 Kilogramm des hochgefährlichen Sprengstoffs TATP gefunden hatte, solle über Möglichkeiten gesprochen werden, die Sicherheit zu verbessern, sagte Stadtsprecher Robert Gruner.

Bislang setzt die Stadt auf dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge. Es könne beispielsweise überlegt werden, ob eine Unterbringung in Sammel- oder Gemeinschaftsunterkünften mehr Sicherheit biete als in einzelnen Wohnungen, sagte Gruner am Mittwoch. Zuvor hatte der MDR darüber berichtet. (dpa)