US-Wahlkampf

Leicht verwirrt: Trump nennt bei Rede falsches Wahl-Datum

Clinton würde sich wohl freuen, wenn Donald Trumps Anhänger zu spät zur Wahl gingen. Dazu hat er nun selbst aufgerufen – versehentlich.

Donald Trump legte bei einer Rede in Florida das Datum der US-Wahlen fälschlicherweise auf den 28. November – 20 Tage nach dem eigentlichen Termin.

Donald Trump legte bei einer Rede in Florida das Datum der US-Wahlen fälschlicherweise auf den 28. November – 20 Tage nach dem eigentlichen Termin.

Foto: MIKE SEGAR / REUTERS

Panama City.  Oft genug muss man bei Donald Trump Absicht hinter seinen falschen Aussagen annehmen, das Fakten-Checken ist eine der wichtigsten Aufgaben der Medien in diesem US-Wahlkampf. Die jüngste wird aber ein Versehen sein: Bei einer Wahlkampf-Rede rief der Präsidentschaftskandidat der Republikaner seine Anhänger auf, am 28. November für ihn zu stimmen – 20 Tage nach dem tatsächlichen Wahl-Termin am 8. November.

„Sowas hat es noch nie gegeben, deshalb geht und registriert euch, geht auf jeden Fall am 28. November zur Wahl“, sagte Trump Dienstagnacht (Ortszeit) in Panama City in Florida. Ein Video des Auftritts kursiert auf Twitter.

Offenbar hat sich der zuletzt wegen seiner extrem vulgären, sexistischen Äußerungen kritisierte Trump selbst verwirrt. Denn kurz zuvor hatte der 70-Jährige davon gesprochen, dass der Wahlkampf in 28 Tagen vorbei sei. Das stimmte. Immerhin. Die Zahl 28 ließ ihn dann aber anscheinend nicht los.

Trump geht auf Paul Ryan los

Zum ersten Mal seit dem TV-Duell mit seiner demokratischen Widersacherin Hillary Clinton am Sonntagabend hat sich Donald Trump in einem Interview öffentlich zu Wort gemeldet. In einem Gespräch Bill O’Reilly vom US-Sender Fox äußerte er seinen Unmut darüber, dass er im Wahlkampf auf die Unterstützung führender Köpfe aus seiner Partei verzichten muss – allen voran auf die von Paul Ryan, dem einflussreichen Sprecher des Repräsentantenhauses. „Fakt ist, ich denke, wir sollten Unterstützung bekommen, und wir bekommen keine Unterstützung von Typen wie Paul Ryan“, sagte Trump.

Er habe es satt, die Unterstützung verwehrt zu bekommen, erklärte Trump, nachdem er Ryan zuvor mehrfach auf Twitter angegangen war und ihn unter anderem als „sehr schwachen und erfolglosen Führer“ bezeichnet hatte. Illoyale Republikaner machten es ihm schwerer als seine Rivalin Hillary Clinton. Er werde ihnen zeigen, wie man siegt, schrieb er auf Twitter.

„Ich denke, ich war bisher sehr nett“

In einer gemeinsamen Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters und des Instituts Ipsos hat Hillary Clinton mit 45 Prozent einen deutlichen Vorsprung vor Trump, der nach der TV-Debatte und seinen frauenfeindlichen Äußerungen nur noch auf 37 Prozent Wählerzuspruch kommt. Trump betonte in dem Fox-Interview noch einmal, dass es sich dabei lediglich um „Jungs-Gespräche aus der Umkleidekabine“ handelte.

Über sein bisheriges Auftreten im Wahlkampf sagte Trump übrigens: „Ich denke, ich war bisher sehr nett.“