Politik

„Eine extreme, hoch bezahlte Form des Lobbyismus“

| Lesedauer: 3 Minuten

Zum Artikel: „Peer Steinbrück, der nächste Polit-Banker“ vom 6. Oktober

Der Titel „Berater“ für Ex-Politiker, die sich von Privatunternehmen anheuern lassen, ist doch ein reiner Euphemismus. Wie könnte ein Mensch ohne operative Erfahrung im aktuellen Tagesgeschäft, oft sogar bar jeglicher einschlägiger fachlicher Kenntnisse und Fähig-keiten, einen – doch hoffentlich kompe-tenten – Vorstand beraten? Hierbei han- delt es sich doch lediglich um den Versuch, mit einem Etikettenschwindel zu verbrämen, dass es in Wahrheit um eine extreme und daher auch besonders hoch vergütete Form des Lobbyismus geht.

Wolf-Rüdiger Heilmann, Schöneberg

Alle sollten in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen

Zum Artikel: „Regierung gibt
Rentenalarm“ vom 29. September

Das Rentenniveau sinkt ohne Reform bis 2045 von 47,9 Prozent auf 41,6 Prozent. Im Jahr 1978 lag das Rentenniveau noch bei 59,5 Prozent. Der Generationenvertrag funktioniert nicht mehr, weil die Jugend zu wenig Kinder bekommt und die Rentenbezugszeiten länger werden. Deshalb muss es eine neue „revolutionäre“ Rentenreform geben. Nach dem „Schweizer Modell“ zahlen alle in die Rentenversicherung. Eine Forderung, die auch schon die SPD im Parteiprogramm hatte. Danach müssen alle – Arbeiter, Angestellte, Beamte, Politiker und Selbstständige – denselben prozentualen Beitragssatz einzahlen, damit die Rente wirklich sicher ist.

Roland Klose, Bad Fredeburg

Noch mehr Einkaufszentren machen keinen Sinn

Zum Artikel: „Milliardenspritze für
Warenhäuser“ vom 6. Oktober

Es ist keine gute Idee, weitere Malls zu errichten. Die bisherigen haben alle fast die gleichen Mieter. Und es macht auch keinen Spaß, in ein Kaufhaus zu gehen, in dem die gleichen Anbieter wie in den Geschäften außerhalb zu finden sind. Auch sollte die Vermietungssituation in vorhandenen Malls überdacht werden. Es gibt schon Leerstand, siehe Boulevard Berlin in Steglitz oder der nie endende Umbau der Gropius-Passagen. Die Einkaufsgewohnheiten haben sich durch das Internet geändert, daher sollte nach neuen Ideen gesucht werden und nicht langweilige Modelle mit hohen Investitionen weitergeführt werden.

Lothar Otterstätter, Mariendorf

Der US-Wahlkampf ist ein unwürdiges Schauspiel

Zum Artikel: „Trump: Habe
Steuergesetze brillant ausgenutzt“ vom 5. Oktober

Der US-Präsidentschaftswahlkampf ist eine Abfolge von Abscheulichkeiten. Ist es den Kandidaten für das höchste Staatsamt unmöglich, politische Gegensätze sachlich herauszuarbeiten, ohne einander die Ehre abzuschneiden? Das schlechte Beispiel macht Schule: Der Präsident der Philippinen beleidigt den Papst und den US-Präsidenten mit dem Schimpfwort „Hurensohn“ und der Kandidat für die französische Präsidentenwahl, Sarkozy, beginnt auch, seine Konkurrenten unter der Gürtellinie anzugreifen. Mögen die Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten und des Bundeskanzlers sich besser benehmen.

Otfried Schrot, Ronnenberg

Die illegalen Sprayer lachen sich ins Fäustchen

Zum Artikel: „70 Jahre alte Sprayerin will sich gegen Strafbefehl wehren“ vom 7. Oktober

Peinlich, da werden stadtweit Häuser, Brücken und Züge bei Nacht- und Nebelaktionen beschmiert, natürlich ohne Konsequenzen für diese „Künstler“. Und Frau Mensah-Schramm soll bestraft werden, weil sie sich traut, Hassparolen zu übersprayen. Die illegalen Sprayer lachen sich ins Fäustchen. Der Richter sollte seine Entscheidung überdenken.

Sylvia Otte, per E-Mail

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