Berlin

Mehr als 3500 Tonnen Kerosin abgelassen

Berlin. Flugzeuge haben seit 2010 mehr als 3500 Tonnen Kerosin über deutschem Boden abgelassen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor, die dieser Redaktion vorliegt. Pro Jahr habe es durchschnittlich 22 Fälle gegeben, davon jeweils drei bis vier durch das Militär. Das Ablassen von Treibstoff ist ein Notverfahren, um eine sichere Landung zu ermöglichen.

Unklar ist, wie viel Prozent des Kerosins den Boden erreichen und welche Situationen jeweils zum Ablassen geführt haben. Laut Bundesregierung wird das Kerosin mit Hochleistungspumpen in kleinste Tropfen verwirbelt und hinter dem Flugzeug zu einem feinen Nebel verteilt. Rechnerisch erreichten unter milden Wetterbedingungen circa acht Prozent des Treibstoffs den Erdboden.

Der Grünen-Abgeordnete Markus Tressel fordert von der Regierung, auch Gründe für das Ablassen zu erfassen und die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu erforschen. „Wir brauchen in diesem Bereich eine verlässliche und aktuelle Datengrundlage.“ Weiter sagte Tressel: „Die Bundesregierung vermittelt mit ihrer Antwort, dass sie zumindest mit einem Auge wegschaut.“