TV-Duell

Trump-Vize Pence kritisiert Russland überraschend scharf

Im TV-Duell der US-Vizepräsidentschaftskandidaten attackierte Tim Kaine immer wieder Donald Trump. Dessen Vize kritisierte Russland.

An der Longwood Universität in Farmville, Virginia, trafen die Kandidaten für die US-Vizepräsidentschaft, der Demokrat Tim Kaine (l.) und der Republikaner Mike Pence aufeinander.

An der Longwood Universität in Farmville, Virginia, trafen die Kandidaten für die US-Vizepräsidentschaft, der Demokrat Tim Kaine (l.) und der Republikaner Mike Pence aufeinander.

Foto: KEVIN LAMARQUE / REUTERS

Farmville.  Im US-Wahlkampf haben sich die beiden Vizepräsidentschaftskandidaten Tim Kaine und Mike Pence ihren ersten direkten Schlagabtausch geliefert. Beide trafen am Dienstagabend (Ortszeit) in Farmville in ihrer einzigen TV-Debatte aufeinander. Republikaner Mike Pence übte dabei überraschend scharfe Kritik an Russland. Er warf der Führung von Präsident Wladimir Putin vor, korrupt zu sein.

Pence trat bei dem Duell zudem dafür ein, im syrischen Bürgerkrieg eine harte Linie gegenüber Moskau zu verfolgen. „Die Provokationen durch Russland müssen mit amerikanischer Stärke beantwortet werden“, erklärte Pence. „Wenn Russland sich weiterhin an barbarischen Angriffen auf Zivilisten in Aleppo beteiligt, müssen die USA darauf vorbereitet sein, das Assad-Regime militärisch anzugreifen, um eine humanitäre Katastrophe in Aleppo zu verhindern.“

Kaine wirft Trump Frauenfeindlichkeit vor

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hatte sich in der Vergangenheit immer wieder bewundernd über Putin geäußert und sich für eine Kooperation mit Russland in Syrien stark gemacht. Allerdings fielen diese Äußerungen, bevor die USA in dieser Woche den Dialog mit Russland über den Bürgerkrieg abgebrochen hatten.

Anders als das Duell zwischen Hillary Clinton und Trump verlief der Auftritt ihrer designierten Stellvertreter zunächst wenig spannungsgeladen. Beide unterbrachen sich ständig. Der Demokrat Kaine griff immer wieder Trump an. So warf er dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Frauenfeindlichkeit vor. Bei seiner Rhetorik lag er dabei ganz auf einer Linie mit Clinton.

Pence dankt falscher Universität

Der Republikaner Pence sagte, er werde Trump helfen, Wandel nach Washington zu bringen. Er sah sich mit der schwierigen Aufgabe konfrontiert, den umstrittenen Kandidaten zu verteidigen, der sich zuletzt wieder mehrere Fehltritte geliefert hatte.

Aber auch Pence selbst patzte am Dienstag. Zu Beginn der Debatte dankte er der „Norwood University“ – dabei fand das TV-Duell tatsächlich an der Longwood Universität statt. Auf Twitter sorgte der Ausrutscher erwartungsgemäß für Spott.

Pence und Kaine gelten als erfahrene Politiker, schillernde Persönlichkeiten sind sie nicht. Pence (57) saß lange Jahre im Repräsentantenhaus, bevor er Gouverneur von Indiana wurde. Kaine (58) vertritt Virginia im Senat, zuvor war er Gouverneur des Bundesstaates. (dpa/cho)