Afghanistankrieg

Taliban dringen in die nordafghanische Stadt Kundus ein

Die Taliban stehen offenbar kurz vor der Einnahme der afghanischen Stadt Kundus. Die schweren Angriffe hatten am Montag begonnen.

Auf der Straße nach Kundus steht ein zerstörtes Auto im Oktober 2015. Bereits vor einem Jahr konnten die Taliban die afghanische Stadt erobern.

Auf der Straße nach Kundus steht ein zerstörtes Auto im Oktober 2015. Bereits vor einem Jahr konnten die Taliban die afghanische Stadt erobern.

Foto: Jawed Kargar / dpa

Kabul.  Die radikalislamischen Taliban haben am Montag einen weiteren Sturm auf das Zentrum der nordafghanischen Provinzhauptstadt Kundus unternommen und sind nach offiziellen Angaben in das Stadtzentrum eingedrungen. Sie kämpften mit Sicherheitskräften in der Nähe des Hauptquartiers des Geheimdienstes und vor dem Armeerekrutierungsbüro, sagte Provinzratsmitglied Saied Assadullah Sadat am frühen Abend (Ortszeit). Am Morgen hatten sich die Gefechte am nördlichen Stadtrand abgespielt.

„Sie haben den Hauptplatz noch nicht eingenommen, aber sie sind nahe dran“, sagte Sadat. „Wenn die Regierung nicht schnell agiert, fällt die Stadt heute Nacht.“ In Kundus war bis 2013 die Bundeswehr stationiert.

Taliban eroberten Kundus bereits in der Vergangenheit

Die Islamisten hatten ihren Sturm auf die Hauptstadt der nordafghanischen Provinz in der Nacht auf Montag gegen 2.00 Uhr morgens begonnen. Der Angriff kommt fast genau ein Jahr, nachdem die Taliban die Stadt bereits einmal für fast zwei Wochen eingenommen hatten, sowie einen Tag vor Beginn einer internationalen Geberkonferenz für Afghanistan in Brüssel. (dpa)