Pöbeleien

Pegida-Anhänger beleidigen Dresdens OB auf Einheitsfeier

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Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert spricht auf einem Stadtfest. Bei einem Empfang von Vertretern islamischer Gemeinden wurde Hilbert als „Volksverräter“ beschimpft.

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert spricht auf einem Stadtfest. Bei einem Empfang von Vertretern islamischer Gemeinden wurde Hilbert als „Volksverräter“ beschimpft.

Foto: imago stock&people / imago/Robert Michael

„Hau ab“ und „Volksverräter“ – so wurde Dresdens Oberbürgermeister Hilbert beschimpft, als er Vertreter islamischer Gemeinden empfing.

Dresden.  Beim Empfang von Vertretern islamischer Gemeinden ist Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) von Pegida-Anhängern beleidigt und angepöbelt worden. Hilbert, der am Sonntag zum islamischen Neujahrsfest ins Rathaus geladen hatte, wurde von Pöbelnden scharf angegangen und mit „Hau ab“- und „Volksverräter“-Rufen empfangen. Die Sächsische Zeitung hat ein Video von dem Vorfall veröffentlicht.

Demonstranten riefen zudem „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“. Vor dem Rathaus protestierten mehrere Menschen gegen eine Verschleierung muslimischer Frauen. Als ein Mann von der Polizei weggeführt wurde, kam es zu Tumulten. Laut Einsatzleitung wurde Hilbert dabei auch angefasst.

Vertreter von drei Moscheen im Rathaus

Um das islamische Neujahr zu begehen, waren Vertreter der drei Moscheen in der Stadt ins Dresdner Rathaus gekommen und von Hilbert begrüßt worden. Darunter war auch der Imam der Dresdner Moschee, auf die am Montagabend ein Sprengstoffanschlag verübt wurde. „Ich hoffe, dass die Täter, sobald gefunden, eine gerechte Strafe erhalten“, erklärte Hilbert am Sonntag.

Dresden ist in diesem Jahr Gastgeber der zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit. Bereits am Samstag hat ein großes Bürgerfest begonnen. Bis einschließlich Montag wird mit rund 750.000 Besuchern gerechnet. Am eigentlichen Feiertag, werden auch Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Dresden erwartet.

Brandanschlag auf Polizeiautos

Nach den Sprengstoffanschlägen vom Montag wurden die Feierlichkeiten von einem Brandanschlag auf Polizeiwagen überschattet. In der Nacht zum Sonntag zündeten Unbekannte drei Polizeifahrzeuge an. Verletzt wurde dabei nach Behördenangaben niemand, es entstand ein Sachschaden von mehreren zehntausend Euro. Die Ermittler gehen von einer politischen Tat aus.

Mehr als zehntausend Berliner und Touristen haben nach Polizeiangaben das Einheitsfest in der Hauptstadt besucht. Zwischenfälle habe es bei der Feier am Brandenburger Tor nicht gegeben. (dpa/kge)

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