Mainz

Illegale Spende vom Spion?

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Die rheinland-pfälzische CDU bekam offenbar Geld von Werner Mauss

Mainz.  Die CDU in Rheinland-Pfalz hat möglicherweise unzulässige Spenden in Höhe von mehreren Zehntausend Euro erhalten. Landesgeschäftsführer Jan Zimmer teilte mit, das Geld sei von 2010 bis 2015 über ein Anwaltsbüro in Eisenach (Thüringen) eingegangen. Eine Anfrage bei der Kanzlei, ausgelöst von Presseberichten, habe ergeben, dass es sich um „weitergeleitete Spenden Dritter“ handle.

Das Parteiengesetz untersagt die Annahme von Spenden über mehr als 500 Euro, „deren Spender nicht feststellbar sind, oder bei denen es sich erkennbar um die Weiterleitung einer Spende eines nicht genannten Dritten handelt“.

Der CDU-Landesverband erhielt nach eigenen Angaben 2010 zwei Spenden von der Eisenacher Kanzlei über 9000 und 9500 Euro und veröffentlichte dies in seinem Rechenschaftsbericht. Außerdem wurden dem Kreisverband Cochem-Zell von 2008 bis 2015 insgesamt 63.500 Euro von der Kanzlei überwiesen. „Die Annahme der Spenden war unzulässig“, sagte Zimmer. „Das ist für uns erst seit der Antwort der Kanzlei von gestern erkennbar.“

Der Landesverband habe daraufhin Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) informiert und die Spende in Höhe von insgesamt rund 18.500 Euro weitergeleitet, teilte Zimmer mit. Auch der Kreisverband Cochem-Zell leitete die 63.500 Euro nach eigenen Angaben weiter. Nach Medienberichten sollen die Spenden von dem ehemaligen Geheimagenten Werner Mauss stammen, der sich zurzeit vor dem Landgericht Bochum wegen Steuerhinterziehung verantworten muss. Der Münchner Mauss-Anwalt Gero Himmelsbach bestätigte am Freitagabend, dass die Eisenacher Kanzlei seit mehr als 30 Jahren für seinen Mandanten arbeite und „als bevollmächtigter Vertrauensanwalt Angelegenheiten“ abwickele.

Tatsächlich habe diese Kanzlei auch seit 2008 regelmäßig Spenden an den CDU-Kreisverband Cochem-Zell sowie im Jahr 2010 an den CDU-Landesverband abgewickelt. „Die Spenden erfolgten offenen namens und im Auftrag der Firma Nolilane“, erklärte Himmelsbach.

Nach einem Bericht der „Allgemeinen Zeitung“ in Mainz taucht der Name Nolilane in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Bochum im Prozess um Steuerhinterziehung auf, in dem sich Mauss derzeit verantworten muss. Nolilane sei die im Grundbuch ausgewiesene Eigentümerin des Mauss-Anwesens im Hunsrück, schreibt die Zeitung. Mauss-Anwalt Himmelsbach betonte, die Spendenbeträge stammten aus Vermögen, das dem Finanzamt gegenüber vollständig deklariert worden sei. Mit dem Steuerstrafverfahren gegen seinen Mandanten stehe dies in keinem Zusammenhang.

( dpa )

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