20 Fälle bekanntgeworden

Internet-Betrüger nutzen Daten von Berliner Abgeordneten

In letzter Zeit soll es eine signifikante Häufung geben: Einige Berliner Abgeordnete wurden bereits Opfer von Internet-Betrügern.

Einige Berliner Abgeordnete wurden bereits Opfer von Internet-Betrügern

Einige Berliner Abgeordnete wurden bereits Opfer von Internet-Betrügern

Foto: Frank Rumpenhorst / picture alliance / dpa

Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses werden gezielt Opfer von Internet-Betrügern. Das hatte zuerst die "BZ" berichtet. Rund 20 Fälle sind der Staatsanwaltschaft bekannt, sagte ein Sprecher der Berliner Morgenpost. Die tatsächliche Zahl der Taten dürfte viel höher liegen: „In unserer Fraktion wissen wir von 20 Personen, viele sind mehrfach betroffen“, sagte Torsten Schneider, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Betrugsmeldungen gibt es auch bei der CDU und den Linken, die Grünen kennen bisher fünf Betroffene.

Die Masche: Vermeintlich von den Mandatsträgern privat georderte Waren wie Uhren, Elektronik oder Kleidung werden zu fingierten Adressen geschickt. Die angeblichen Käufer erfahren davon erst durch ein Inkassounternehmen. So erhielt der Grüne Benedikt Lux Mitte September die Zahlungsaufforderung des Deutschen Inkassodienstes über 173,54 Euro für zwei Bestellungen bei einem Spielzeughandel – inklusive rund 50 Euro Mahn- und Inkassogebühren. Beim SPD-Politiker Karlheinz Nolte beläuft sich der Schaden durch angeblich bestellte Sportbekleidung auf insgesamt mehr als 1000 Euro.

Ein Datenleck im Parlament werde bisher ausgeschlossen, sagte Torsten Schneider. „Trotzdem gibt es diese signifikante Häufung verstärkt in letzter Zeit, aber das Problem existiert seit Jahren, und das auch im Bundestag.“ Die Täter bräuchten Namen und Geburtsdaten, diese seien bei Abgeordneten öffentlich. Die angegebenen Kundenadressen waren dagegen falsch. So wurden Noltes Bestellungen zu einem Mietshaus sieben Kilometer von seiner Wohnung entfernt geordert und dort in einem Paketshop abgegeben. Alternativ nutzen die Täter offenbar Benachrichtigungskarten bei den vermeintlichen Liefer­adressen. Erst die Inkassodienste eruieren die wahren Anschriften der Politiker. Nolte: „Ich habe den Forderungen widersprochen, bei der Verbraucherzentrale gibt es dafür Musterschreiben. Und natürlich Anzeige erstattet.“